Alpiner Klub Karwendler Innsbruck

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Die heutige DVT durfte ich auf Grund Zeitmangels des Werfener Hüttenwirtes Gerhard exotischer gestalten. Sein langjähriger Helfer und Freund, Sherpa Mingma, springt für ihn ein.

Da am Samstag der Untersberg so gut wie selten in dieser Saison zu Befahren war ( Abgesehen von 300 Hm tragen, 150 Hm Steinschigelände und schreckliches Anstollen für 200 Hm)

DVTs ( Donnerstag-Vormittag-Touren) sind doch am schönsten.

Die Klettertage für dieses Jahr sind gezählt und umso wichtiger ist es, jede Lücke zu nützen. Die angekündigte , nur wenige Meter dicke Hochnebeldecke ist doch deutlich dicker, aber zum Glück kommen wir am Ausgangspunkt über den Nebel.

Ein hin und her, Wetter gut, Wetter schlecht, Hochnebel, Tiefnebel, gar kein Nebel, Wind. Es macht einen wahnsinnig. Zum Glück ist Christian da wesentlich ruhiger. Er nimmt es, wie es kommt, allerdings betonte er im SMS-Gespräch: Schi werden wir aber wohl nicht brauchen.

Die Kaltfront zieht langsam ab und hinterlässt einen ordentlichen Haufen Schnee. Ganz plötzlich , von einem Tag auf den anderen, ist die Klettersaison beendet. Traurig irgendwie. Und um der Melancholie auszuweichen hilft nur eines: „Wassertragen auf die Werfener-Hütte“.

Die heutige DVT ( Dienstag-Vormittag – Tour) führt mich wieder einmal ins Tennengebirge. Um 6.30 wird das Auto am noch leeren Eishöhlenparkplatz geparkt und bei eisigen Morgentemperaturen zittere ich mich mit dem Bike in hohem Tempo die Eishöhlenstrasse nach Werfen hinunter.

Das Vorkosten von Firn am Vortag mit meiner Frau bei den Mandlwänden des Hochkönigs brachte einen ordentlichen Appetit auf mehr und so geht es bereits um 6.15 Uhr von der Wengerau in Richtung Werfenerhütte. Nach geraumer Zeit zweigt ein Jagdsteig, zum Glück völlig schneefrei,

Ein leicht föhniger, aber sonniger Vormittag wird versprochen und somit breche ich mit Christian ins Tennengebirge, nordseitig, auf. Der wenige Schnee verspricht ein Trageerlebnis und wir werden auch nicht enttäuscht.

Wenn man schon im Dezember klettern gehen muss, dann ist eine Portion Toleranz und Flexibilität angezeigt. Bei -5°C starten wir vom Parkplatz Unterholz in Richtung Fieberhorn. Überraschend viel Schnee liegt am Zustiegsweg und im freien Gelände ist dieser auch ganz ordentlich hart. Der „Hörndldonner“ wäre eigentlich unser Ziel.