Karakorum Trango Valley 2006

Daten und Fakten Trango 2006

Teilnehmer: Thomas Scheiber, Hansjörg Auer, Matthias Auer, Karl Dung, Ambros Sailer.

Base Camp erreicht am: 14.07.2006

Shipton Spire (ca. 5700 m): Erste Wiederholung der Route „Woman and Chalk“ in der 1200m hohen Ostwand an insgesamt 5 Klettertagen durch Thomas Scheiber, Hansjörg Auer und Ambros Sailer. Überdies war es die erste Begehung dieser Route bis zum Gipfel überhaupt.
Schwierigkeiten: bis 8a (laut Erstbegeher), Eis bis 90°, 36 SL

Nameless Tower (6239 m): „Eternal Flame“ im Alpinstil in 2 Tagen vom Trango Base Camp und in 8h von der Sonnenterrasse bis zum Pfeilergipfel durch Thomas Scheiber und Hansjörg Auer.
Wandhöhe: 800m.
Schwierigkeiten: bis 7c+ (7b, A2), 28 SL.

Great Trango (6286 m): Anstieg über die „Woolums Route“ (Normalanstieg) in 2 Tagen vom Trango Base Camp durch Matthias Auer und Karl Dung.
Schwierigkeiten: 2 bis 3, Eis bis 55°.

Trango Peak (6545 m): Vermutlich erste Besteigung des Gipfels über die 2300m hohe Westflanke an einem Tag vom Shipton Base Camp durch Matthias Auer und Karl Dung.
Schwierigkeiten: M5, Eis bis 55°.

Little Shipton (ca. 5400 m): Neutour „Winds of Change“ durch die 550m hohe Ostwand im Alpinstil und zugleich erste Besteigung des Gipfels durch Thomas Scheiber und Hansjörg Auer.
Schwierigkeiten: bis 7a+, 14 SL.

Erlebnis Karakorum, Trango Valley

Thomas und Hansjörg liegen gerade im Hotel in Islamabad und kämpfen mit der enormen Schwüle. 45° C Lufttemperatur gepaart mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. „Endlich geht es los“, ruft Hansjörg zu ihm hinüber. Die Räder der Expedition beginnen sich zu drehen. Die Vorfreude auf das Trango Valley ist gewaltig. Mit dabei sind noch Matthias, sowie Charly und Ambros.

Morgen geht es weiter nach Skardu. Doch nicht über den sehr langen Karakorum Highway, sondern gemütlich mit einem 45 minütlichen Inlandsflug. Bei traumhaften Wetter genießen sie den Ausblick auf die umliegenden Achttausender wie Nanga Parbat, K2, Gasherbrum usw.

In Skardu treffen sie endlich auf ihr Cargo Gepäck und lassen Schweißperlen auf den Gesichtern der pakistanischen Freunde aufkommen, als sie feststellen, dass das Portaledge fehlt. Sofort verschwinden alle mit lautem Gejammer kommen aber gleich mit einem schwarzen Sack wieder zurück. Sie sind erleichtert.

Allmählich wird ihr Auswurf immer flüssiger bis hin zum kompletten „round up“. Hansjörg, Matthias und Ambros kämpfen mit diesen sehr unangenehmen Symptomen und sie sind froh am nächsten Tag, nach einer 7 stündigen Jeepfahrt, Askole zu erreichen, das letzte Dorf im Shigar Valley. In den nächsten 3 Tagen wandern sie über das Trägerzentrum Paiju und der Zunge des mächtigen Baltoro Gletschers ans Ende des Trango Valley zum Shipton Base Camp (4160m). Ein grünes Hochplateau mit einem Ausmaß von 3-4 Fußballfeldern, klarem Bächlein und einem kleinen See soll nun ihr Zuhause für die nächsten 40 Tage werden. Sie sind die einzige Expedition. In 5 Tagen wird noch ein amerikanisches Team kommen.

In der ersten Zeit ist die Stimmung im Lager beinahe am Nullpunkt. Nicht, weil das Wetter schlecht ist, sondern Ambros leidet an einer akuten Höhenkrankheit. Unvorstellbar, dass es so schnell gehen kann. Den Hubschrauber brauchen sie dann doch nicht, er kann selber in Richtung Baltoro Gletscher absteigen. Kochhelfer Jousuf wird ihn begleiten. In 3 Tagen Ambros kommt wieder. Doch die Expedition soll für ihn nicht so richtig gelingen. Insgesamt wird er noch mit 6 Krankheiten zu kämpfen haben.

Das Abenteuer beginnt – zwar no woman dafür endlich Chalk …

Das Portaledge am Wandfuß des Shipton Spire (ca. 5700m) haben Thomi und Hansjörg bereits installiert. Gut geschützt unter einem kleinen Überhang vor dem doch regelmäßigen Steinschlag werden sie die nächsten Tage hier verbringen. An insgesamt 3 Klettertagen gelingt es ihnen 450m Fixseile bis ins „Bed and Breakfast“, eine kleine Plattform in ca. 4800m, zu legen. Ihre Hände sind zerschunden doch die Kletterei war ein Wahnsinn, wenngleich sie nicht optimale Bedingungen vorfanden, denn einige Stellen der Route waren komplett nass. So können sie bis auf einige wenige Passagen alles frei klettern. Während Thomas und Hansjörg klettern, arbeitet sich Ambi mit dem Haulbag gekonnt hoch. Einig Male muss er zurück um den verklemmten Sack zu befreien, doch er schafft es. Übrigens, auch ein kompletter Haulbagriss am ersten Stand ließ ihn nicht verzweifeln. Der gesamte Inhalt wurde zum Geschoß, doch zum Glück fand er alles wieder. Zusammen bauen sie dann das Portaledge auf, deponieren das Material, seilen zurück zum Wandfuß und steigen sogleich ins Base Camp ab.

2 Tage später brechen sie wieder auf. Fast 3 Stunden benötigen sie für den Aufstieg an den Fixseilen. Es ist brutal anstrengend. Am Nachmittag fixieren Thomi und Hansjörg noch an die 150m mit den Halbseilen und einem kleinen Rest des Fixseiles. Die 3 Seillängen gleich oberhalb vom „Bed and Breakfast“ bleiben ihnen von der gesamten Route am besten in Erinnerung. 7a+, 8a und 7c+ folgen gleich hintereinander. Hansjörg führt den 8a California Crack. Nicht ganz senkrecht, dafür aber mit einer sehr gefinkelten Stelle am Schluss der Länge. In eleganter Piazkletterei geht es weiter, dann erreichen sie leichteres Gelände. Der Weg zum Gipfel ist frei. Sie seilen zurück zum Portaledge.

Um 5:00 Uhr brechen sie dann auf. Ihnen stehen noch 10 Seillängen mit Schwierigkeiten bis 7c bevor. Thomi, Hansjörg und Ambros geben Vollgas. Um etwa 12:00 Uhr steigen sie im Schneetreiben auf den Gipfelgrat aus. Das Wetter hat sich verschlechtert. Bubu Bole hat „Woman and Chalk“ hier beendet. Doch sie wollen unbedingt ganz hinauf und siehe da, der Schneefall lässt nach. 8 Seillängen anspruchsvolle Mixed-Kletterei der Route „Ship of Fools“ trennen sie noch vom Gipfel. Gegen halb vier haben sie es dann geschafft. Sie stehen am höchsten Punkt.

Um 20:00 Uhr, im letzten Schein der Stirnlampe erreichen sie dann nach langer Abseilfahrt wieder „Bed & Breakfast.

Am nächsten Morgen seilen sie dann weiter ab. Alles geht wieder mit. Sie wollen die Route sauber hinterlassen. Das Gewicht der Haulbags steigt wieder. Am frühen Nachmittag erreichen sie dann das Base Camp.

Die „Flame“ steht unter Feuer und schmilzt …

Matthias und Charly kommen am nächsten Morgen zurück. Thomas, Hansjörg und Ambros sehen sie schon aus weiter Ferne und stellen jede Menge Theorien auf, wie es ihnen in „Under Fire“ an der „Flame“ (6300m) wohl ergangen ist. 2003 wurde die Linie von Brian McMahon und Josh Wharton eröffnet Eine steile Granitnadel oberhalb des Hainabrakk Gletschers etwa einen Tagesmarsch vom Shipton Base Camp entfernt.

Doch die Jungs hatten kein Glück. 4 Seillängen kletterten sie in der Route. Doch die Verhältnisse waren derart schlecht, dass die relativ leichten Risse keine Freikletterei zuließen. Komplett naß und vereist bedingt durch eine sehr große Schneewächte am Gipfelgrat. Unter diesen Bedingungen war es einfach sinnlos noch einen Versuch zu starten.

Sie freuen sich dann aber alle riesig, als Matthias und Charly neben der Besteigung des Great Trango (6286m) über den Normalweg, die vermutlich erste Besteigung des Trango Peak (6545m) gelingt. Der Anstieg verläuft in der 2300m hohen Westflanke und bietet Schwierigkeiten bis 55° im Eis sowie M5 im kombinierten Gelände. Sie starten am frühen Morgen des 19. August mit extrem leichten Gepäck. Bereits um 14:00 Uhr haben sie den Gipfel erreicht und genießen die einmalige Aussicht auf die großen Achttausender. Nach einigen Abseilmanövern zwingt ihnen die einbrechende Dunkelheit 900 Höhenmeter oberhalb vom Base Camp noch zu einem Biwak. Am nächsten Morgen erreichen sie dann müde aber überglücklich das Lager.

„Eternal Flame“ – ein Geschenk Gottes…

Thomas und Hansjörg quälen sich gerade das ewig lange Zustiegscouloir hinauf in Richtung Nameless Tower. Nachdem sie gestern Abend im Trango Base Camp gleich zwei Summitpartys erleben durften geht es in ihren Mägen rund. Morgen, so Gott will, wollen sie sich eine Alpinstilbegehung der weltbekannten „Eternal Flame“, erstbegangen von Kurt Albert und Wolfgang Güllich im Jahr 1989, sichern. Am frühen Nachmittag erreichen sie nach 8 Seillängen die Sonnenterrasse in ca. 5500m Höhe. Die Linie von „Eternal Flame“ schaut einfach irre aus. Nach dem Pendelquergang der 1. Seillänge starten die Hand- und Fingerrisse wie aus dem Nichts begrenzt von glatten, strukturlosen Platten.

Doch am nächsten Morgen schaut das Wetter gar nicht gut aus. Der Himmel ist bedeckt und im Süden stehen dicke, schwarze Wolken. Sie wollen es trotzdem versuchen. Die ersten 5 Seillängen sind ein echter Hammer. Kontinuierlich im 8. Schwierigkeitsgrad klettern sie was das Zeug hält. Das Wetter bessert sich nämlich nicht merklich. Der „Nachsteiger-Rucksack“ ist relativ leicht, sodass die beiden ohne Jümar unterwegs sind. „Say my name“, 8+/9-, ein gewaltiger Doppelriss auf knapp 6000m bleibt ihnen in ganz besonderer Erinnerung. Die letzte Seillänge klettern sie bereits im Schneetreiben und nach 8 Stunden Kletterei am frühen Nachmittag haben sie den Pfeilgipfel erreicht. Der Hauptgipfel ist verdammt nahe, nur 80m im 5. Schwierigkeitsgrad trennen sie davon, doch den müssen sich Thomas und Hansjörg heute schenken. Sie seilen ab. Eine Stunde später kehren sie wieder zur Sonnenterrasse zurück. Der von ihnen vermutete Wettersturz ist ausgeblieben. Doch die Freude „Eternal Flame“ geklettert zu sein überwiegt gegenüber dem Nichterreichen des Hauptgipfels deutlich.

„Winds of Change“ – manchmal weht ein anderer Wind …

Seit mehr als 15 Tagen ist das Wetter schon schlecht. Nur einmal hatten die 5 Jungs Ausgang, als ihnen ein ziemlich bekannter Wetterfuchs 4 schöne Tage prophezeite und ihnen riet kräftig in die Hände zu spucken. Doch schlussendlich waren es die schlechtesten Tage überhaupt. Nur gut das beinahe das gesamte Base Camp auf den Beinen war. Matthias, Charly und Ambros waren auf der Sonnenterrasse am Nameless Tower. Thomas und Hansjörg starteten Richtung Little Shipton. Doch außer Schnee und Regen, nicht viel gewesen.

Nichts desto Trotz beglückt sie eine höhere Kraft noch einmal mit zwei wahnsinnig schönen Tagen. Die Mannschaft steht bereits kurz vor ihrem Abmarsch aus dem Lager und Thomas und Hansjörg wissen: „Jetzt oder nie!“

Little Shipton (ca. 5400m), unbestiegen und mit einer sehr steilen über 500m hohen Wand wartet noch befreit zu werden. Mit dem Fernglas haben sie die Route schon auserkoren. Durch den zentralen Teil der Wand soll sie gehen. Doch je weiter sie sich dem Zapfen nähern, desto unwahrscheinlich kommt ihnen der Traum vor. Im Alpinstil ohne Bohrhaken ist hier nichts zu machen. Wir ändern den Plan und finden eine andere Linie. Sie werden im rechten Wandteil starten und dann nach einigen Seillängen über einen Riss an die rechte Begrenzungskante wechseln. Der Fels schaut einfach phänomenal aus. Thomi meint: „Nameless-Like“

Goldgelb leuchtet der Fels in der Sonne über ihnen. Sie erreichen den schwierigsten Teil der Route. Der Quergang zur Kante gelingt ihnen in freier Kletterei, wenngleich Hansjörg in einer nicht absicherbaren Platte einen Bohrhaken schlagen muss. Riss an Riss hängen Sie zusammen, immer dem logischen Weg nach. Vor allem die vorletzte Seillänge bleibt ihnen gut in Erinnerung. Fingerrisse par excellence leiten sie zum Abschlussüberhang, den sie dann etwas rechts überwinden. Sie hinterlassen keine einzige technische Passage, stehen bereits zu Mittag am Gipfel und freuen sich über ihr kleines Werk.

Beim Abseilen erleiden dann beide noch einmal eine Schrecksekunde. Am letzten Stand bricht Hansjörg während der Abseilfahrt der Fixkeil aus. Er kann sich gerade noch halten und einen 50m Absturz in letzter Sekunde vermeiden. Plötzlich merken sie, dass ein anderer Wind weht …

Reinhard Karl über Trango Türme…

Weitsichtig, weil kenntnisreich, hatte Reinhard Karl schon vor vielen Jahren erkannt, dass die Besteigung des Mount Everest wohl mehr Menschen möglich sei, als die Lösung des 5-Meter-Boulderproblems „Midnight Lightning“ im Yosemite. Mit solch extremen Beobachtungen provozierte er gern, wollte positiv anstoßen, zum Denken anregen. Das war ihm wichtig, dem alpinen Romantiker mit Sportlerseele. Vor 10 Jahren, auf dem Weg zum K2, sah er die Trangotürme: Es heißt, diese Berge seien die Zukunft von Yosemite …- vielleicht als Foto, auf dem Sofa liegend betrachtet … – der El Capitan ist dagegen nur ein Turngerüst für Traumtänzer – … Klettern kann hier kein Spiel sein! …“ (aus „Plötzlich zeigt der Atlas wieder weiße Flecken“ – AV Jahrbuch ´91).

Der Dank gilt allen Sponsoren, die das Team bei ihrem Unternehmen tatkräftig unterstützt haben und auch Karl Gabl, der verantwortlich war, dass die Schönwetterperioden optimal genutzt werden konnten – 5 Gipfel und 2 Erstbegehungen waren das Ergebnis!

Team Alpin

Mt. Kenya 2006

Nachdem ich im Sommer 2005 schon den Kilimanjaro anlässlich einer Forschungsreise der Tropical Glaciology Group des Institutes für Geographie an der Universität Innsbruck besteigen durfte, führte mich eine Exkursion desselben Institutes im Winter 2006 erneut nach Ostafrika.
Acht Studenten hatten sich schließlich gefunden, um nach dem Exkursionsprogramm in Uganda und Kenia noch den Mt. Kenya zu überschreiten. Vom Parkgate in Naru Moru stiegen wir in einem tropischen Gewitterregen zur Met Station auf, wo bereits unsere Küchenmannschaft auf uns wartete und wir unsere erste Nacht verbrachten. Am nächsten Tag wanderten wir zuerst durch dunkle Bergregenwälder, die sich nach und nach öffneten und schließlich in ein Grasland übergingen, das mit blühenden Senecien und Lobelien geschmückt war. Die kalte Steinhütte des Mackinders Camp verwandelten unsere Träger und Köche bald in ein gemütliches Lager. Alex und ich marschierten am folgenden Tag bereits auf die Austrian Hut, um einen Gipfelgang auf den Batian zu wagen, während die übrige Mannschaft in einem Rasttag auf Mackinders die Seele baumeln ließ. Das Wetter hatten wir ganz gut erwischt. In der Früh war es immer wolkenlos, vormittags türmten sich bereits die ersten Wolken auf, spätestens am frühen Nachmittag begann es für zwei bis drei Stunden zu regnen. Als wir gegen Mittag die Austrian Hut erreichten, waren wir schon in dichten Nebel gehüllt. Zuvor konnten wir noch einen Blick auf den Batian werfen und waren über die guten, weil trockenen, Verhältnisse erfreut. In einem Graupelgewitter stiegen wir nachmittags noch schnell auf den Point Lenana. Als wir am nächsten Morgen beim Frühstück waren, trafen gerade unsere Freunde ein, die rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf den Point Lenana stiegen und uns dann im Mintos Camp wieder erwarten sollten.
Die Steigeisen notdürftig auf die Turnschuhe geschnallt überquerten wir den Lewis Glacier und erreichten kurz nach Sonnenaufgang den Einstieg. Viel hatte ich gelesen über diese Tour und war nun gespannt, ob Schwierigkeitsgrad, Länge und Anforderung den Führerangaben entsprachen. Wir kletterten am gestreckten Seil, der Fels war fest, die Route war leicht zu klettern und zu finden. Etwas Schnee im oberen, nordwestlich exponierten Teil störte nicht, das Wetter war noch gut. Nach drei Stunden Kletterei erreichten wir schließlich den Gipfel des Batian mit 5188 m. Allerdings waren wir schon wieder in dichte Wolken gehüllt und mussten mit dem Abstieg beginnen. Beim letzten Abseilstand hat uns schließlich doch noch ein Graupelschauer erwischt. Meine Form war blendend, Alex, der in der Früh schon etwas Kopfschmerzen hatte, war schon ziemlich müde. Aber wir konnten uns nicht ausruhen. Wir mussten zurück zur Austrian Hut, unsere übrige Ausrüstung holen und noch ca. drei Stunden zum Mintos Camp absteigen. Dort hatte der Rest der Mannschaft bereits das Lager auf einem herrlichen Platz aufgeschlagen und wir durften endlich unsere verdiente Ruhe genießen. Ein königliches Frühstück brachte auch Alex wieder auf die Beine und unserer letzten (allerdings verregneten) Etappe zur Meru Mt. Kenya Lodge (Bier!) stand nichts mehr im Wege.
Mt. Kenya Überschreitung in fünf herrlichen Tagen von Naru Moru nach Chogoria. Mit dabei: Judith Egger, Elisabeth Henzinger, Daniela Hofer, Martin Mergili, Peter Nagiller, Alexander Schober, Nora Wenk

Bericht: Rainer Prinz (HG Karwendler)

Der Weg durch den Fisch an der Marmolada free Solo

Gestärkt mit viel Selbstvertrauen, startete Hansjörg vergangenes Wochenende in Richtung Marmolada, um sich wieder einmal einen seiner viel geträumten Träume zu erfüllen. Bereits letztes Jahr, (siehe Bericht) kletterte Hansjörg Moderne Zeiten (8-) Free solo. Ist das eigentlich noch zu Toppen? Kaum vorstellbar. Dennoch überrascht Hansjörg immer wieder mit seinem unermüdlichen Datendrang und seinen immer neuen fast unvorstellbaren Ideen.

Der Weg durch den Fisch! Welchen Kletterer oder Alpinisten ist diese mehr als 30 Seillängen emporragende Tour an der Marmolada kein Begriff?

Am Samstag seilte sich Hansjörg Auer über den Fisch ab, den er 2004 schon einmal versucht hat, um die Schlüsselseillängen zu probieren und einzuprägen, bevor er am Sonntag seinen Soloversuch startete.

Bewaffnet mit Kletterschuh und Magnesiumbeutel realisierte Hansjörg Auer nach weniger als 3 Stunden seinen Traum und vollendete das unvorstellbare – eine Solobegehung vom „Weg durch den Fisch“. Mit dieser Leistung hat Hansjörg Auer wohl alpine Geschichte geschrieben …

Das Free Solo Klettern, gerade auf diesem Level, bedarf einer außergewöhnlichen Fähigkeit, mental als auch physisch. Daher – Nachahmung verboten!

http://www.oetztalclimbing.com [Stand 05.05.2007]

Am 11. Juli konnte sich Hansjörg mit seiner Free Solo Begehung der „Modernen Zeiten“ einen lang gehegten Traum erfüllen. Nachdem er die Route im Jahr 2004 und 2005 bereits kletterte, doch aufgrund der „Marmolada-ersten-Seillängen-Fingerkälte“ (… wer einmal war, der weiß Bescheid …) die erste, schwierige Seillänge nie rotpunkt klettern konnte, war es für ihn zu einer besonderen Herausforderung geworden. Mit einer Menge Portion Selbstvertrauen, ausgerüstet mit Helm, Anorak und Magnesiumbeutel stieg er um 10:15 Uhr in die Route ein und erreichte um 12:55 Uhr den Pfeilergipfel. Auch durch eine vereiste Stelle im unteren Teil und einige nasse Passagen in der sehr anspruchsvollen Gipfelwand ließ er sich nicht beirren und kletterte ohne Probleme durch diese einmalige 27 Seillängen lange Route.

Damavand (5.671m)

Was willst du denn im Iran??? Immer wieder hörte ich diese Frage als ich meine Reisepläne offenbarte. Im Gegensatz zu uns, sind die Menschen im Iran hilfsbereit, freundlich, emanzipiert und nicht so mit Vorurteilen behaftet. Leider hört man über den Iran meist nur Negativschlagzeilen und deshalb wird das Bild vollkommen verfälscht. Die Leidtragenden sind dann die Menschen, die sich mehr Touristen wünschen. Davon abgesehen hat der Iran kulturell einiges zu bieten.
Mit freudiger Erregung stand uns der Grenzübertritt in den Iran bevor. Mit dem Minibus fuhren wir an die türkische Grenze. Nachdem die Ausreiseformalitäten erledigt waren, öffnete sich ein 10 Meter langes, robustes Eisentor, welches sich hinter uns aber gleich wieder schloss. Jetzt standen wir in der Falle. Hinter uns und vor uns schwedische Gardinen und nur 1 Meter Platz dazwischen. Nach einigen Minuten öffnete sich aber auch das iranische Gitter und nach kurzer Gesichtskontrolle wurde uns Einlass gewährt. Die Einreiseprozedur dauerte nicht lange und nachdem wir uns als Bergsteiger zu erkennen gaben, wurden wir mit einem „Welcome to Iran“ begrüßt. Das war nicht das einzige Mal das wir willkommen geheißen wurden. Immer wieder hörten wir diese Worte. Mit dem Taxi ging’s dann in das 260 Kilometer entfernte Tabriz. Mit 2 Stunden Verspätung starteten wir am folgenden Tag mit dem Flugzeug nach Teheran. Wir waren schon sehr gespannt auf diese Millionen-Metropole. Viel bekamen wir an diesem Tag leider nicht zusehen. Am späten Nachmittag wurde uns eine Eingehtour auf den fast 4000 Meter hohen Tocal, dem Hausberg von Teheran, angeboten. Also latschten wir wieder los. Hossein, unser gut aussehender Führer, lotste uns den Berg hoch. Erstaunlich, wie viele junge Leute dort unterwegs sind. Wahrscheinlich ist das einer der Plätze, wo sie den strengen Regelungen der Großstadt entkommen können. Überall gibt es Rastplätze und Cafes, die Getränke und Wasserpfeifen anbieten. So was sollte es bei uns auch geben. Wir übernachteten in einem Shelter und nach einem kurzen Frühstück brachten wir die restlichen Höhenmeter bis zum Gipfel hinter uns. Ich wurde dort herzlich empfangen und auch Mona, die in kürze in Graz Musik studieren wird, gesellte sich zu mir. Nach vielen Gesprächen und Fotos stotterten wir mit der Seilbahn wieder zurück ins Tal. Hossein ist ein begnadeter Autofahrer. Frei nach dem Motto: es gibt immer eine Lücke, gab er sein Bestes. Doppelte Sperrlinien wurden ignoriert, links und rechts überholt. Besonders spannend waren die Überholvorgänge in den Tunnels. Auf jeden Fall weigerte sich der gutmütige Erich, auf dem Vordersitz Platz zu nehmen. Wir schafften es ohne Crash bis nach Nandal, unserem Ausgangspunkt für den Damavand. Wir entschieden uns für die etwas schwierigere Nord-Ost Route. Der steile Aufstieg bis zum Shelter verlief problemlos, nur das Wetter schien  nicht so richtig zu wollen. Elmar und ich übernachteten im Zelt, während die Anderen die windgeschützte Behausung bevorzugten. Gipfeltag – Eine Schneefahne am Gipfel zeugte von mäßigen Bedingungen. Aber was soll’s, ran an die Braut. Wie erwartet entsprach das Aufstiegstempo nicht meinen Vorstellungen. Auf Grund einiger tödlichen Abstürze in der letzten Zeit wurde aber vereinbart, als Gruppe aufzusteigen. Der Frust wurde immer größer. Doch wie aus dem Nichts nahte meine Rettung. Zwei iranische Bergführer waren mit 2 russischen Bergsteigern unterwegs. Ohne zu fragen schloss ich mich ihnen an und kurz darauf überholten wir meine ursprüngliche Gruppe. Obwohl fahnenflüchtig, nahmen mich meine neuen Kollegen herzlich auf. Gemeinsam stiegen wir immer höher, entlang des Grates. Bei ca. 5.300 Metern erreichten wir das Schneefeld, welches zum Gipfel führt. Leider betrug die Sicht nur zwischen 0 und 10 Metern. Ich konnte also nicht genau sagen wo sich der Gipfel befindet. Auch die erfahrenen Führer waren sich nicht ganz sicher. Zu meiner Überraschung zog einer der Jungs ein GPS aus der Tasche und schon konnte es weitergehen. Eine Stunde später standen wir auf dem Gipfel des Damavand. Der Schwefelgestank teilweise Atem raubend, freuten wir uns trotzdem über unseren Erfolg. Einige Zeit später trafen auch Elmar und Erich am Gipfel ein. Die Fahrt zurück nach Teheran war fast noch spektakulärer. Das Dunkel der Nacht gab dem Ganzen noch einen extra Kick. Unbeschadet erreichten wir am späten Abend wieder unser Hotel und freuten uns auf Dusche und Bett. Abschließend durfte ich am kommenden Tag noch die Universität von Teheran besuchen. Ich wurde zu einem Öko-Tourismus Vortrag eingeladen und durfte meine Erfahrungen den Studenten vermitteln. Diese waren gar nicht zögerlich und löcherten mich mit allen möglichen Fragen. Es wurde noch ein lustiger Nachmittag, den ich sehr genoss. Am späten Abend wartete schon wieder das Taxi und wir wurden zum Flughafen chauffiert. Ich wäre noch gerne geblieben um die kulturellen Stätten zu besuchen. Aber heute ist nicht alle Tage…

Wolfi S.

Zeit: 5.10.-28.10.2007
Veranstalter: Amical Alpin
Teilnehmerzahl: 11
Bergführer: Dominik Müller
Teilnehmer: Maria, Christine, Helmut, Tilmann, Robert, Sabine, Norbert, Christine, Richard, Daniel, Andreas (Ich)

Am 5.10. war es endlich wieder soweit und wir hoben pünktlich um 22:30Uhr mit einem Flieger der Qatar Airways über Doha nach Kathmandu der Hauptstadt von Nepal ab. Die holprige Landung erfolgte nach einem kurzen Gewitter am mittleren Nachmittag. Anschließend wurden wir mit einem Minibus bis zum Hotel Shang Ri La im Norden von Kathmandu gebracht. Der restliche Tag stand zur freien Verfügung. Am nächsten Tag unternahmen wir eine kleine Sight Seeing Tour zur Bodnath Stupa und anschließend nach Paten, einer der drei Königsstädte im Kathmandutal. Am Weg zur Bodnath Stupa hatten wir dann noch einen kleinen Autounfall wo sich der Seitenspiegel des entgegenkommenden Busses in unseren bohrte. Nach diesem gemütlichen Tag trafen wir uns noch zum Abendessen in einem kleinen Restaurant nahe dem Hotel. Am Montag ging es dann nach einem kurzen Boxenstopp bei unserer einheimischen Agentur Tramserku Trekking mit einem Mercedes Minibus auf dem Arnico Highway bis nach Barabise. Zwischendurch machten wir noch Halt um Dal Bat zu essen. In Barabise wurde unser Gepäck auf ca. 30 Träger verteilt welche sogleich den Weg bis zu unserem ersten Zeltplatz in Karthali antraten. Das Wetter war sonnig mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit welche sich in der folgenden Nacht in einen kurzen Regenschauer verwandelte. Bereits am ersten Tag zeigte unser Koch Budda was in ihm steckte. Er zauberte ein für Trekking Verhältnisse geniales Abendessen. Am nächsten Tag ging es über Reisterassen und ein paar kleine Wälder weiter bis oberhalb der Gompa von Dolongsa. Am Abend besichtigen wir noch vor einem starken Regenschauer die kleine Gompa von Dolongsa. Die folgende Etappe führte uns über den wunderschönen Tinsang La bis zu den Terrassen von Pegu. Bei dieser Etappe machten sich auch schon unsere speziellen Freunde die Blutegel stark bemerkbar. Am darauf folgenden Tag ging erstmals bei besserem Wetter bergab zum Amatal Khola bevor es wieder über etliche Reisterrassen bis zu unserem Lager bei einer alten Kaserne oberhalb von Laduk anstieg. Besonders beeindruckend waren auf dieser Etappe die vielen neugierigen friedlichen Kinder am Wegesrand. Nach einem gewaltigen Regenschauer in der Nacht standen unsere Zelte in der Früh wie auf einer kleinen Insel im See. Auf Grund der relativ langen Etappen und des schlechten Wetters kamen die letzten Porter oft erst spät am Abend an. Bereits am folgenden Morgen ging es zeitig  bis zum Bhote Kosi hinab und anschließend flussaufwärts bis nach Gongar weiter. In der Früh erwartete uns bereits neben der Polizeistation der regionale Maoistenführer. Wir mussten pro Kopf 1000Rs bezahlen und unsere Tische und Stühle abgeben. Danach ging es auf zum Teil sehr nassen Wegen flussaufwärts weiter bis nach Chetchet. Von Chetchet führte uns ein steiler Weg mit vielen Stufen weiter hinauf bis nach Simigaon wo wir in der nähe der kleinen Gompa unser Lager für die Nacht aufschlugen. Am Nachmittag hatten wir dann einmal Zeit zum entspannen und waschen. Die nächsten zwei Etappen prägten dschungelartige Wälder mit schmalen dunklen wenig begangenen Wegen. Ein Stück vor Beding lichteten sich dann die Wälder und die Ersten hohen Berge kamen zum Vorschein. Darauf folgend stand eine kurze Etappe an den Wanden des Chekigo vorbei bis nach Na auf dem Programm. Der Rest des Tages diente der Akklimatisation und Entspannung. Nach einem weiteren Akklimatisationstag mit einem kurzen Ausflug auf eine kleine Moräne traten wir den Weg in das wunderbar gelegene Hochlager des Yalung Ri an. Dort genossen wir den Sonnenuntergang bei fast wolkenlosem Wetter. Für den Gipfelgang zum Yalung Ri starteten wir bereits um 4 Uhr am Morgen zuerst über Moränengelände bis zu den Ausläufern des Gletschers. Von dort an ging es am Seil über den spaltenreichen Gletscher und darauf folgend über die Nordwestflanke bis zum Gipfel. Die Bedingungen waren bei windstillem Kaiserwetter absolut perfekt für viel herausragende Fotos. Danach erfolgte der Abstieg zunächst über das Hochlager bis ins Tal und anschließend wieder 400 Hm bergauf bis zum Teehaus Kabag. Am folgenden Tag führte uns der Weiterweg über den mit Geröll bedeckten Trakarding Gletscher bis an das Ende des Talkessels an den Fuß des Bigphera Go Shar. Der Weg war speziell für unsere Träger auf Grund des vielen Gerölls oft sehr mühsam zu gehen. Der Zeltplatz lag am linken Rand des Gletschers auf einem Moränenrücken. Die anstehende Königsetappe der Tour führte uns von unserem Lagerplatz am Gletscher über eine Felsnasse die zum Teil für die Träger mit Fixseilen versichert wurde bis auf den Drolambao Gletscher. Diesem sehr flachen Gletscher folgten wir bis zum Aufschwung zum Trashi Labtsa. Nach einer kurzen Pause mit einer ausgiebigen Speck und Wurstjause gingen wir bei immer stärker werdendem Wind bis auf den Pass. Kurz hinter dem Pass knapp außerhalb der steinschlaggefährdeten Bereiche des Tengi Ragi Tau richteten wir unser Lager ein. In der folgenden Nacht fegten Windböen mit ca. 80-100 kmH bei einer Außentemperatur von -15° über unsere Zelte. Die Zeltstangen bogen sich ordentlich und das Küchenzelt würde sogar zu Gänze vom Sturm weggefegt. Erst gegen den Morgen ließ der Wind minimal nach und die Sonne wärmte die Luft, so dass wir den Abstieg über zum teil steinschlaggefährdetes Gelände antreten konnten. Nach einiger Zeit kamen wir dann endlich bei der wunderschön gelegenen Alm Tengpo an wo wir im Garten von unserem Klimbingsherpa Pema die Zelte aufschlugen. Dieser Zeltplatz war für uns der schönste auf der ganzen Tour. Der Blick reichte vom Kang Taiga und Tramserku bis zu den steilen bis zu 2000m hohen Eis- und Felswänden der direkt neben Tengpo gelegenen Berge. Die vorletzte Tagesetappe führte uns dann schlussendlich über das Kloster Thame Og und Thame bis nach Namche Bazar. In Namche wurden dann die Energiereserven in der deutschen Bäckerei neu aufgeladen, so dass wir am folgenden Tag gemütlich bis nach Lukla hinaus wanderten. Nach einer längeren Wartezeit am Flughafen von Lukla ging es dann per Twinotter nach Katmandu retour. Die letzten zwei Tage nützten wir noch für die Besichtigung von Baktapur und Swaiabonath. Am Nachmittag vor dem Abflug besichtigte ich dann noch schnell die Altstadt von Katmandu. Leider ging die Reise wieder einmal viel zu schnell zu Ende. Am frühen Samstagabend ging es dann per Qatar Airways retour in die Heimat wo wir bei leider nicht mehr so angenehmen Temperaturen am Flughafen von München gegen 6:00Uhr landeten.

Andi Schinner

Yosemite Valley 2008

Hansjörg Auer, begleitet von seinem Bruder Matthias Auer, glückt eine Rotpunktbegehung von „El Nino“ am El Capitan. Aber auch abseits des großen Riesen haben sie ihre Spuren hinterlassen …

Die beiden Jungs (aus dem Hause Hiasn) verweilten im Mai und Juni dieses Jahres für fünf Wochen im Yosemite Valley. Viele Klassiker wurden geklettert und die Risse auf ihre Eigenheiten untersucht – und eigen sind sie.

Auch wenn du als vermeintlicher 5.14er Kletterer ankommst – wenn du Pech hast und ohne wirkliche Risserfahrungen bist, fliegst du aus einem 5.9er Riss heraus, wo ein Local nebenbei nicht nur ein Wurstsemmel sondern dazu noch eine Cola und einen Muffin verdrückt.

Nach anfänglichem Einklettern an den Cookies, der Royal Arch Wand oder an den Cathedral Spires und einem wetterbedingten Ausflug zum Sportklettern nach Joshua Tree konnten sie aber dennoch ihrem Hobby frönen und auch in den steileren und höheren Gefilden etwas unternehmen …

Neben dem Highlight „El Nino“, indem Hansjörg in nur vier Seillängen einen Patzer gemacht hat – den Rest kletterte er onsight, stand für die Beiden der „Astroman“ am Washington Column und die „Northwest Regular“ am Half Dome ganz oben auf der Wunschliste. Doch dem nicht genug. Hansjörg gelingt zusammen mit Much Mayr eine recht freche Begehung der „Nose“ in gut 10 Stunden. Außerdem klettern Matthias und Hansjörg noch die eher gefürchtete „Bacher/Yerian“ an der Medlicott Wall in den Toulumne Meadows. Nicht nur die Hakenabstände von bis zu 15 Metern, auch ein recht schmerzhafter Sturz wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben …

Doch das ist eine andere Geschichte …

Mera Peak (6461m) – Amphu Laptsha (5800m)

Wie bereits die letzen 2 Jahre fuhr ich auch dieses Jahr wieder nach Nepal. Damit sich der Flug auch richtig rentiert entschloss ich mich diesmal für 5,5 Wochen den Himalaya zu besuchen. Nach dem ich mich in den ersten 3 Wochen in der Annapurna Region beim 1. Trekking bestens akklimatisiert habe folg ich am 26.10. traditionell per Twinotter nach Luglha, dem Ausgangspunkt von meinem 2. Trekking in das Hinku und Hongu Gebiet. Pünktlich um 8:30Uhr traf ich am Flughafen in Luglha meinen Sherpa Norbu der bereits seit 2 Tagen alle notwendigen Vorbereitungen für den Start des Trekkings getroffen hatte. Damit konnten wir ohne Probleme zusammen mit 4 Trägern und einem Koch Richtung Zatrawalla Pass losgehen. Die erste Etappe führte uns über Rhododendren Wälder immer stetig bergauf vorbei an mehreren Teehäusern bis zu unserem 1. Lagerplatz auf ca. 4150m oberhalb von Cuttunga. Am Abend ging ich zur besseren Akklimatisation noch 200Hm über die Schlafhöhe. Dabei ergaben sich auch ein paar sehr schöne Fotos von einfallenden Nebeln. Am nächsten Tag überschritten wir dann den Zatrawalla Pass (4750m) und stiegen in das Hinku Tal ab. Der Weiterweg führte uns bei wolkenlosem Wetter bis zur Ortschaft Kote bei welcher wir in einer kleinen Lodge ein Lager bezogen. Gleichzeitig trafen wir damit auch auf die Hauptroute Richtung Mera Peak welche doch von deutlich mehr Touristen als erwartet begangen wurde. Da in der Ortschaft gerade ein Yak geschlachtet wurde gab es dann zum Abendessen Yaksteak. Ein wahrer Festschmaus!
Am folgenden Tag knapp nach Sonnenaufgang marschierten wir dann das Hinku Tal weiter immer dem Flussverlauf folgend aufwärts bis auf die Schwemmebene von Tangnag. Auf beiden Seiten des Tales zogen beeindruckende Fels und Eiswände empor. Kurz nach Mittag erreichten wir dann die kleine Ortschaft Tangnag. Da sich dort jedoch auch bereits auch viele andere Gruppen eingefunden haben fanden wir glücklicherweise gerade noch in einer kleinen Hütte Unterschlupf. Am nächsten Tag gingen wir in einer sehr kurzen Etappe über Moränengelände bis nach Khare (4800m) dem letzten Weiler  vor dem Mera La. Am Nachmittag ging ich zur Erkundung noch bis zum beginn des Gletschers der vom Mera La herunter zog. Leider bot sich auf Grund des am Nachmittag einfallenden Nebels nicht die beste Fernsicht.

Nach einer sehr kurzen „Nacht“ starteten wir bereits um 0:00Uhr unseren Gipfeltag. In der tiefsten Dunkelheit marschierten Norbu und ich mutterseelenallein zuerst über Moränen und Blockgelände  und anschließend über den Gletscher bis zum Mera La (5415m) welchen wir nach 3 Stunden Gehzeit bereits erreichten. Am Pass kam dann zur großen Kälte noch ein leichter Wind hinzu. Vom Pass gingen wir über mäßig geneigtes Gelände immer der Spur folgend bis zum Highcamp (5800m) weiter. Etwas über dem Highcamp begann dann auch die Morgendämmerung und darauf folgend der Sonnenaufgang. Bei immer angenehmeren Temperaturen und idealen Schneeverhältnissen zogen wir dann weiter Richtung Gipfel. Um 7:45Uhr erreichten wir dann den Gipfel des Mera Peak Central (6461m). Am Gipfel bot sich dann ein perfektes Panorama vom Kanchenzönga über den Makalu, den Lothse, den Everest bis zum Cho Oyu. Fünf 8000er auf einen Blick, ein Anblick den man nur selten zu Gesicht bekommt! Nach einem ausreichenden Konsum des großartigen Panoramas und einem ausgiebigen Fotoshooting begonnen Norbu und ich wieder mit dem Abstieg. Im Abstieg in der nähe des High Camps kamen uns dann auch schon die Gipfelaspiranten für den folgenden Tag entgegen die zuvor noch eine Nacht im Highcamp beziehen werden. Ab dem Mera La führte uns der Weiterweg zuerst noch kurz über vergletschertes Gebiet, später über Moränengelände auf die Ostseite des Mera La bis nach Khongme Dingma wo die Träger und der Koch welche direkt über den Pass gingen bereits mit einem Mittagessen auf uns warteten. Kurz nach Mittag begann sich dann das Wetter schlagartig zu ändern. Nach einem Einfall von Nebel begann es dann auch noch leicht zu schneien und richtig ungemütlich zu werden. Nach diesem Gipfel beeindruckte uns dieser kurze Wetterumschwung aber nicht sonderlich.
Am nächsten Tag marschierten wir dann bei zum Teil nebligem Wetter aber einer richtig mystischen Stimmung weiter bis ins Hongutal. Knapp vor dem Chamlang Basecamp begann sich dann der Nebel aber schnell in wolkenloses Wetter zu transformieren. Damit konnten wir die traumhafte Bergkulisse von den Gipfeln Chamlang, Peak 41 und Nepo richtig genießen. Unser heutiges Tagesziel lag dann kurz vor der Seenlandschaft Panch Pokhari (Die 5 Seen). Der folgende Sonnenuntergang verfärbte dann die Gipfel in ein wunderbares Abendrot. Die Nacht wurde aber eine der kältesten der ganzen Tour. Am folgenden Tag weckte uns dann zum Glück die Morgensonne im Zelt. Ein weiterer Wolkenloser Tag führte uns vorbei an Panch Pokhari bis zu unserem Lager vor dem Amphu Laptsha. Den Nachmittag nützten dann Norbu und der Koch noch zur Versicherung des folgenden Aufstieges (Japaner Route) bis zum Pass mit 200m Fixseil. Ich ging zum Fotografieren noch weiter bis zum Beginn des Gletschers wo sich ein perfektes Panorama über die Seenlandschaft Panch Pokhari bot.

Zeitig in der Früh um 4:00Uhr starteten wir dann mit der Überschreitung des Amphu Laptsha. Zuerst gingen wir über Moränengelände und Fels bis zum Gletscherbeginn. Der Weg über den Gletscher gestaltete sich dann sehr abwechslungsreich über Firnrampen und sehr steile eisige Steilaufschwünge. Vom Pass bot sich dann eine großartige Fernsicht zur imposanten von den ersten Strahlen der Morgensonne bestrahlten Lothse Südwand. Der Abstieg begann dann mit einer 70m Abseilpassage. Danach führte der Weg weiter über steiles Schottergelände bis zur Alm Amphu. Von Amphu gingen wir dann erleichtert nach der geschafften Überschreitung hinaus bis nach Chukhung wo wir wieder auf die Zivilisation trafen und eine Lodge bezogen. Am nächsten Tag bestieg ich dann zum Abschluss noch schnell den Chukhing Ri. Die Fernsicht erstreckte sich am Gipfel vom Nuptse über den Lothse, den Makalu bis zur Ama Dablang. Am Nachmittag ging es dann über Dingpoche hinaus bis nach Pangpoche wo wir in der sehr originellen Gompa Lodge nächtigten. Der folgende Tag führte uns dann bei sehr nebligem Wetter über Tenpoche bis nach Namche Bazar hinaus. In Namche stand traditionell ein ausgiebiger Besuch der „German Backery“ auf dem Programm. Die Panorama Lodge bot dann das ideale Ambiente zum Genießen und erholen. Nach einem Pausetag mit einer Nebelwanderung nach Khunde und Khumjung gingen wir dann am letzten Trekking Tag zu unserem Ausgangspunkt nach Luglha retour. Beeindruckend war die Menschenleere am Weg hinaus da die vorgehenden Tage auf Grund des dichten Nebels kein Flugverkehr von Kathmandu nach Luglha stattfinden konnte. Trotz der angestauten Masse von ca. 700 wartenden Fluggästen folg ich am folgenden Tag mit einem Sonderflug pünktlich um 6:15Uhr in der Morgendämmerung bei wolkenlosem Wetter nach Kathmandu retour. Über Kathmandu begann dann die Twinotter aber Schleifen zu ziehen da der Flughafen von Kathmandu gesperrt war. Nach 20min Schleifenflug über den Dächern von Kathmandu entschloss sich der Pilot zum Weiterflug nach Pokhara zum Auftanken. Nach dem Auftanken des Flugzeuges und einer Tasse Kaffee folg ich dann nach Kathmandu retour. Die letzen 2 Urlaubstage nützte ich noch zur Besichtigung von Bhaktapur mit den berühmten Holzschnitzereien und der Boudhanath Stupa. Am folgenden Tag folg ich am Abend dann mit Ethiad Airways über Abu Dabi wieder retour nach Europa.
Alles in allem war es eine sehr beeindruckende Reise mit bleibenden Eindrücken vom Gipfel des Mera Peak und der Überschreitung des Amphu Laptsha.

Andi Schinner

Ecuador – No Condor ha pasado

Zugegeben, es sind nicht die höchsten Berge, auch nicht die steilsten Flanken und schon gar nicht das größte Land. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen stand Ecuador schon seit geraumer Zeit auf meinem Reiseplan.
Da mein momentaner Arbeitgeber weder finanzielle noch zeitliche Flexibilität an den Tag legt, schloss ich mich einem deutschen Reiseveranstalter an, um dieses Abenteuer sozusagen pauschal zu erleben. Ich staunte nicht schlecht, als ich zum ersten Mal die Teilnehmerliste in den Händen hielt. Nicht weniger als 13 (in Worten: DREIZEHN) aus dem nördlichen Nachbarland stammende Individuen sollten mit mir unterwegs sein. Nachdem der erste Schock überstanden und der Notarzt Entwarnung gab, ahnte ich schon Schlimmes…diese Prüfung wird eine Schwere werden…
Für ein eingehendes Kennenlernen blieb nicht viel Zeit, am nächsten Tag stand schon der erste Eingeh-Berg auf dem Plan. Da am Nachmittag meistens mit Regen oder ähnlichen nassen Zuständen zu rechnen ist, hieß das nichts anderes als früh aufstehen. Wie inzwischen jeder weiß, halte ich (fast) jede Aktivität vor 8 Uhr morgens für eine Zumutung, unmenschlich und für nicht tragbar. Aber der Gruppenzwang ließ mir keine Wahl. Nachdem das Buffet abgeräumt, die Alemannen die Flucht ergriffen und ich dem weiblichen Personal mit meinem schlüpfrigen Spanisch die Röte ins Gesicht trieb, fuhren wir zum Ausgangspunkt für den Pasachoa (4.200m).
Wie immer beim Akklimatisieren, trödelte ich langsam hinterher, machte Fotos, markierte den Weg mit glasklarem Mittelstrahl und versuchte, den lästigen Kötern so weit wie möglich auszuweichen. Die hochmotivierten Deutschen Hochgebirgsschafe waren weit voraus, mussten aber am Gipfel auf den Tiroler Nachzügler warten. Bei dem eisigen Wind sicher kein Vergnügen…aber selber Schuld…
Auch am Pichincha (4.800m) und am Illiniza Norte (5.116m) lief alles Glatt. Wir wurden weder nass, keiner der Nordländer stürzte sich unfreiwillig in die Tiefe und so standen alle Teilnehmer auf den Vulkangipfeln, schossen Fotos und grinsten um die Wette.
Der Silvesterabend verlief dann eher ruhig. Wir verbrannten traditionsgemäß den „el viejo“ und kippten uns an der Bar mehr oder weniger Hochprozentiges in den Rachen, bis der Flüssigkeitshaushalt wieder im grünen Bereich war. Obwohl einige ansprechende Mädels aus der Umgebung uns mit ihrer Anwesenheit beehrten, kam es zu keinem internationalen Körperflüssigkeitsaustausch, was ich bis heute zu tiefst bedauere…
Hüttenübernachtungen sind ja immer so eine Sache. Aber es ist trotzdem immer wieder erstaunlich, welche Geräusche so ein menschlicher Körper erzeugen kann. Zum Glück mussten wir um 23 Uhr wieder aus den Federn, an richtigen Schlaf war eh nicht zu denken.
Wir hatten richtiges Wetterglück und schließlich standen mein Seilpartner Norman und meine Wenigkeit um 6 Uhr früh auf dem Cotopaxi (5.897m). Allerdings waren wir ein bisserl zu schnell und der Sonnenaufgang erst in der Startphase. Es war also schweinekalt und so verließen wir nach kurzer Zeit wieder den höchsten Punkt dieses schönen Vulkanes und starteten unseren Abstieg.
Zur Abwechslung und Entspannung machten wir am nächsten Tag einen Ausflug in das tropische Tiefland und tankten ein wenig Wärme und viel leckeres Bier um für den nächsten Tag fit zu sein. Immerhin stand mit dem Chimborazo (6.310m) der höchste Berg Ecuadors auf dem Programm. Am späten Nachmittag erreichten wir die Hütte und bereiteten noch alles Nötige für den frühen Aufstieg vor. Davor wollte ich mir noch ein paar Stunden Schönheitsschlaf gönnen. Aber da hab ich anscheined schon zuviel verlangt…
Naiv wie ich halt bin, rollte ich meinen Schlafsack direkt neben der Haustüre aus, kuschelte mich in die wärmenden Daunen und freute mich schon auf ein paar Stunden im Reich der süßen Träume. Leider machte ich die Rechnung ohne die 13 blasenschwachen Deutschen, die in regelmäßigen sehr kurzen Abständen vor die Hütte mussten um die umliegende Botanik zu Bewässern. Kein Wunder, dass Ecuador zu den fruchtbarsten Ländern der Welt zählt. Ganz zu schweigen von dem ältern Herren, der im „Dunkeln“ mit seiner Pinkelflasche hantierte. Allein die Geräuschkulisse ließ Übelstes vermuten und ich wurde diese, in meinem Kopf aufsteigenden Bilder, nicht mehr los…
Gerädert und traumatisiert, schlüpfte ich gegen 22Uhr aus meinem Schlafsack und war alles andere als motiviert für diesen Gipfeltag. Es dauerte nicht lange, einige Schritte genügten um zu wissen, dass heute nicht mein Tag ist. Ich kam nicht so richtig in Schwung und war ungewohnt kurzatmig. Zudem stiegen wir über den Westgrat auf da auf Grund der Ausapperung der Normalweg ziemlich steinschlaggefährdet ist. Das hieß allerdings auch noch eine Stunde mehr Aufstiegszeit. Ich ergab mich meinem Schicksal und kämpfte mich Schritt für Schritt hoch. Die steile, nie endend wollende Gipfelflanke verlangte nochmals vollen körperlichen Einsatz und in den frühen Morgenstunden erreichten wir endlich den Vorgipfel. Da dieser ja nur der halbe Höhepunkt ist und ich sonst auch nichts großartiges vor hatte, nahmen wir auch noch den Hauptgipfel in Angriff, war auch schon egal.
Ich stand also am höchsten Gipfel Ecuadors, die Sonne schien und die Fernsicht war einfach nur umwerfend. Aber in diesem Moment war mir das so was von Wurscht. Ich war saumüde und wollte nur noch am Busen einer Frau ruhen, mich stärken, wieder zu Kräften kommen oder auch für immer dort verweilen…
Die Realität war dann erwartungsgemäß nicht ganz so prickelnd, aber doch um einiges besser als erwartet. Wir landeten in Papallacta, bekannt für seine heißen Thermalquellen. Eine wunderschöne Anlage mit hübschen Cottages und ringsherum nur Pools mit heißem Wasser. Keine Badewanne der Welt konnte in diesem Augenblick schöner sein…einfach nur genießen. Und da ich vom Genießen nie genug bekommen kann, gönnte ich mir noch eine einstündige „Oriental Massage“, von und mit Claudia…, einer hübschen und fingerfertigen Dame aus Ecuador.
Aber auch die schönen Dinge des Lebens sind nur von kurzer Dauer und so gings am nächsten Tag schon wieder weiter zu unserem letzten Vulkan, dem Cayambe (5.730m). Dieses Mal ließ uns die Wettergöttin ein wenig im Stich. Es stürmte die ganze Nacht und dieser schöne vergletscherten Vulkan versteckte sich hinter einer dichten Wolkenschicht. Trotzdem latschten wir gegen Mitternacht los, überquerten etliche Spalten, kämpften uns eine Steilstufe empor und erreichten dank unserer ortskundigen Bergführer bei null Sicht und arktischen Temperaturen den höchsten Punkt. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mein Seilpartner beim Aufstieg eines seiner Steigeisen verlor und er es stundenlang nicht bemerkte…aber nach diesen 2 Wochen konnte mich nichts mehr erschüttern…
Ich hatte somit alle sechs Vulkane bestiegen und war eigentlich recht zufrieden.Zur Feier des Tages wurden wir von unserer Köchin noch mit köstlichem Pilsener Bier abgefüllt. Dort wissen die Frauen anscheinend noch was ein Mann braucht…
Anschließend düsten wir zurück nach Quito, wo wir am Abend wieder in unserem Luxushotel eincheckten.
Aber heute war nicht irgendein Abend. Nein, es war Samstag. Samstag Abend in Quito. In den Straßen war die Hölle los. Tonnenweise Lokale, Pubs, Discos und sogar einen Striptease Laden konnte ich ausfindig machen. Herz was willst du mehr…Aber was machen deutsche Pauschaltouristen an so einem vielversprechenden Abend??? Richtig, sie verbarrikadieren sich in der Hotelbar, trinken irgendwelche Cocktails, deren Namen sie nicht einmal annähernd aussprechen können und erzählen haarsträubende Geschichten von extremen Bergtouren in der Lüneburger Heide….
Ich war, man kanns mir nicht verübeln, stinksauer und ich verschwand in der Dunkelheit der Nacht, um zumindest noch ein bisschen Spaß zu haben. Allerdings kam nicht wirklich Stimmung auf, egal wie viel Bier ich in mir reinkübelte, nicht einmal mit den Prostituierten wurde ich handelseinig…Also schlich ich wieder zurück ins Hotel und verkroch mich in mein Zimmer….
Auch den darauf folgenden Tag verbrachte ich alleine, schaute mir die schöne Altstadt an, zog durch die Gassen und genoss die Ruhe und das gute Essen. An diesem, für mich letzten Tag in Ecuador, zeigte sich noch einmal die Sonne in ihrer ganzen Pracht und Wärme und zauberte wieder ein Lächeln in mein Gesicht….

Wulfgäng

Marokko Klubreise

Teilnehmer: Wolfgang E., Wolfgang SCH., Robert W., Georg und Irmi U.,  Georg R., Franz K., Peter K., Heinz B., Martin B., Andi P.

Vorweg Dank an Wolfi E. und Robert W. für die super Planung, Organisation und Reiseleitung vor Ort – es ist nicht immer leicht 11 Meinungen und Wünsche unter einen Hut zu Bringen.
1. Tag – Flug München Agadir und Anreise nach Marrakesch.
Nach der Landung in Agadir sofort Organisation der Mietautos und ab auf die Landstraße (N 8) nach Marrakesch, kurze Zwischenstopps zur Verpflegungsaufnahme und ein Abendessen. Wir können keinen geeigneten Zeltplatz finden und nächtigen daher im Zelt neben der Straße irgendwo knapp vor Marrakesch.
2. Tag – von unserem Zeltplatz ins nächste Dorf – Frühstücken und dann nach Marrakesch – erste Erfahrungen mit den marokkanischen Verkehrsregeln – Verpflegungseinkauf (vor allem Gas) in einem Supersupermarkt. Dann zum Campingplatz. Mittels Taxi in die Stadt und Besichtigung von Marrakesch – Abendessen am Platz der „Gehängten“ und mit dem Taxi zurück zum Campingplatz.
3. Tag – ab in die Berge. Wir fahren von Marrakesch Richtung Süden, Besichtigen in Asni eine Landwirtschaft in der die Frauen noch ganz traditionell das bekannte, alles Heilende und Faltenglättende Arganöl herstellen (und verkaufen). In Imlil über Schotterstraße bis zum letzten Ort Aroumd, wo wir bei Omar El Kadi Bolamoil bestens versorgt und untergebracht werden.
4. Tag – Verladung des Materials auf die Mulis und Anmarsch in Richtung Neltner Hütte. In einer Seehöhe von 3.100 m (knapp vor der Neltner Hütte) finden wir einen super Zeltplatz, errichten unsere Zelte und richten und häuslich ein. Wir werden täglich mit frischem Wasser und Brot versorgt.
5. bis 8. Tag – Schitouren in bestem „Afrikafirn“, wenn da nicht die Herrn gewesen wären, die nicht schlafen können – die Schitour auf den Djebel Toubkal (4.167 m) starten wir schon um 08.00 Uhr, es war noch pickelhart und aufgrund der leichten Bewölkung konnte die Sonne auch nicht so richtig auf die Schneedecke einwirken. Harscheisen oder Schi tragen war angesagt. Trotzdem konnten einige noch auf den Westgipfel (4.010 m) aufsteigen. Die Abfahrt war dann ganz in Ordnung – Peter ging kurz vor dem Zeltplatz noch schnell baden…
6. Tag – den Abmarsch um eine Stunde verschoben und siehe da es war ein „Hammer“; wir stiegen an der Neltner Hütte vorbei zum Ras N`Ouanoukrin (4.083 m) auf und nach kurzer Fellabfahrt nochmaliger Aufstieg auf den Timesguida (4.089 m) anschließend Abfahrt über steile Rinne in super Firn bis fast zu den Zelten.
7. Tag – Schitour auf den Akioud (Nordgipfel 4.030 m) und nochmals eine super Abfahrt bis vor die „Haustür“.
8. Tag – Georg R, Franz K, Irmi U und Robert W. holten sich noch einen 4tausender während die Anderen die Zelte abbauten, das Material verstauten und den Müll entsorgten. Pünktlich waren die bestellten Mulis vor Ort und trugen unser Zeug ins Tal, wir stiegen ebenfalls ab, genossen nach längerer Zeit wieder eine warme Dusche bei Omar, besuchten noch dessen Wohnhaus im Ort, tranken Tee und genossen das Abendessen.
9. Tag – über Marrakesch (Einkaufen im Metro) fuhren wir nach Demnate, sahen uns dort versteinerte Dinosaurierfußabdrücke und eine Sinterbrücke (natürliche Brücke, Imi-n-Ifri) an – fanden einen tollen Zeltplatz und vernichteten trotz Nieselregens bis spät in die Nacht die Biervorräte.
10. Tag – Fahrt nach Quarzazate. Durch wunderschöne Landschaften, Flusstäler und über einen Pass (Tizi-n-Outfi 2.150 m) verlassen wir das Atlas Gebirge in Richtung Süden. Kurzer Abstecher nach Skoura und Besichtigung der Kasbah Amahidil bevor wir uns am Dach der Campingplatzrezeption in Quarzazate die Sterne ansehen.
11. Tag – Fahrt nach Mhamid. Vorerst noch schnell Besichtigung von Ait-Ben-Haddon eine restaurierte alte Siedlung. Mitten in der Pampa (nur Steine weit und breit) steht ein Wegweiser mit der Aufschrift „Cascade“ was soviel bedeutet wie „da könnte es eventuell zu einem Wasserfall gehen“ also nix wie hin zum „Tizgui Wasserfall“, beeindruckend wie mitten in der Steinwüste in einem kleinen schmalen Tal ein ebenso kleiner, feiner Wasserfall entstehen kann. Nach kurzem Badeaufenthalt geht es über „beste“ Schotterstraßen (für die Bergfahrradfahrer unter uns schon fast ein Singeltrail) zurück nach Agdz auf die N 9 und somit auf Asphalt weiter. An Oasen mit Dattelpalmen vorbei nach Süden in die Wüste. In Mhamid empfängt uns ein Sandsturm, wir finden – trotz der Hilfe von zwei freundlichen Einheimischen – einen netten Zeltplatz. In Mhamid endet nicht nur die Asphaltstraße sondern auch die Welt – ab nun nur noch Sand so weit das Auge reicht.
12. Tag – Kurs West, durch die Wüste bis nach Tata. So nun beginnt für mich ein neuer Abschnitt – war als einziger Fahrer noch nie mit einem Fahrzeug im Sand und habe das nach nicht ganz zwei Kilometer eindrucksvoll gezeigt, indem ich die Karre bis zur Bodenplatte im feinen Sand versenkt habe – Georg U. konnte uns aber herausziehen und so gings flugs weiter zu den Dünen, wo wir eine zu Fuß bestiegen. Durch Erg el M´hazil und an Madaouer Srhir vorbei, mal im Sand mal im Schotter durch eine „Salzpfanne“ nach Foum-Zguid. Nun auf Asphalt bis zu einem Zeltplatz in der Nähe von Tata.
13. Tag – Fahrt über Igherm, Tafraoute und Tiznit an den Atlantik (ca. 30 km nördlich von Mirlaft). Dort haben wir eine nette Unterkunft entdeckt in der wir noch zwei Tage blieben, schwimmen im Atlantik und Strandspaziergänge prägen den Tagesablauf
14. Tag – Aufenthalt am Atlantik
15. Tag – Fahrt nach Agadir, Rückgabe der Mietautos, ein Teil der Gruppe bleibt beim Gepäck am Flughafen, der Rest geht noch schnell in Agadir an den Strand. Unser Flug verspätete sich um ca. 13 Stunden (Aschewolke) und wir kamen dann erst am 21.04.2010, gegen 07.00 Uhr in München an und traten die Heimreise nach Tirol an.

PRINZ Andi

Tourendatum: 6.4. – 20.4.2010