Marokko Klubreise

Teilnehmer: Wolfgang E., Wolfgang SCH., Robert W., Georg und Irmi U.,  Georg R., Franz K., Peter K., Heinz B., Martin B., Andi P.

Vorweg Dank an Wolfi E. und Robert W. für die super Planung, Organisation und Reiseleitung vor Ort – es ist nicht immer leicht 11 Meinungen und Wünsche unter einen Hut zu Bringen.
1. Tag – Flug München Agadir und Anreise nach Marrakesch.
Nach der Landung in Agadir sofort Organisation der Mietautos und ab auf die Landstraße (N 8) nach Marrakesch, kurze Zwischenstopps zur Verpflegungsaufnahme und ein Abendessen. Wir können keinen geeigneten Zeltplatz finden und nächtigen daher im Zelt neben der Straße irgendwo knapp vor Marrakesch.
2. Tag – von unserem Zeltplatz ins nächste Dorf – Frühstücken und dann nach Marrakesch – erste Erfahrungen mit den marokkanischen Verkehrsregeln – Verpflegungseinkauf (vor allem Gas) in einem Supersupermarkt. Dann zum Campingplatz. Mittels Taxi in die Stadt und Besichtigung von Marrakesch – Abendessen am Platz der „Gehängten“ und mit dem Taxi zurück zum Campingplatz.
3. Tag – ab in die Berge. Wir fahren von Marrakesch Richtung Süden, Besichtigen in Asni eine Landwirtschaft in der die Frauen noch ganz traditionell das bekannte, alles Heilende und Faltenglättende Arganöl herstellen (und verkaufen). In Imlil über Schotterstraße bis zum letzten Ort Aroumd, wo wir bei Omar El Kadi Bolamoil bestens versorgt und untergebracht werden.
4. Tag – Verladung des Materials auf die Mulis und Anmarsch in Richtung Neltner Hütte. In einer Seehöhe von 3.100 m (knapp vor der Neltner Hütte) finden wir einen super Zeltplatz, errichten unsere Zelte und richten und häuslich ein. Wir werden täglich mit frischem Wasser und Brot versorgt.
5. bis 8. Tag – Schitouren in bestem „Afrikafirn“, wenn da nicht die Herrn gewesen wären, die nicht schlafen können – die Schitour auf den Djebel Toubkal (4.167 m) starten wir schon um 08.00 Uhr, es war noch pickelhart und aufgrund der leichten Bewölkung konnte die Sonne auch nicht so richtig auf die Schneedecke einwirken. Harscheisen oder Schi tragen war angesagt. Trotzdem konnten einige noch auf den Westgipfel (4.010 m) aufsteigen. Die Abfahrt war dann ganz in Ordnung – Peter ging kurz vor dem Zeltplatz noch schnell baden…
6. Tag – den Abmarsch um eine Stunde verschoben und siehe da es war ein „Hammer“; wir stiegen an der Neltner Hütte vorbei zum Ras N`Ouanoukrin (4.083 m) auf und nach kurzer Fellabfahrt nochmaliger Aufstieg auf den Timesguida (4.089 m) anschließend Abfahrt über steile Rinne in super Firn bis fast zu den Zelten.
7. Tag – Schitour auf den Akioud (Nordgipfel 4.030 m) und nochmals eine super Abfahrt bis vor die „Haustür“.
8. Tag – Georg R, Franz K, Irmi U und Robert W. holten sich noch einen 4tausender während die Anderen die Zelte abbauten, das Material verstauten und den Müll entsorgten. Pünktlich waren die bestellten Mulis vor Ort und trugen unser Zeug ins Tal, wir stiegen ebenfalls ab, genossen nach längerer Zeit wieder eine warme Dusche bei Omar, besuchten noch dessen Wohnhaus im Ort, tranken Tee und genossen das Abendessen.
9. Tag – über Marrakesch (Einkaufen im Metro) fuhren wir nach Demnate, sahen uns dort versteinerte Dinosaurierfußabdrücke und eine Sinterbrücke (natürliche Brücke, Imi-n-Ifri) an – fanden einen tollen Zeltplatz und vernichteten trotz Nieselregens bis spät in die Nacht die Biervorräte.
10. Tag – Fahrt nach Quarzazate. Durch wunderschöne Landschaften, Flusstäler und über einen Pass (Tizi-n-Outfi 2.150 m) verlassen wir das Atlas Gebirge in Richtung Süden. Kurzer Abstecher nach Skoura und Besichtigung der Kasbah Amahidil bevor wir uns am Dach der Campingplatzrezeption in Quarzazate die Sterne ansehen.
11. Tag – Fahrt nach Mhamid. Vorerst noch schnell Besichtigung von Ait-Ben-Haddon eine restaurierte alte Siedlung. Mitten in der Pampa (nur Steine weit und breit) steht ein Wegweiser mit der Aufschrift „Cascade“ was soviel bedeutet wie „da könnte es eventuell zu einem Wasserfall gehen“ also nix wie hin zum „Tizgui Wasserfall“, beeindruckend wie mitten in der Steinwüste in einem kleinen schmalen Tal ein ebenso kleiner, feiner Wasserfall entstehen kann. Nach kurzem Badeaufenthalt geht es über „beste“ Schotterstraßen (für die Bergfahrradfahrer unter uns schon fast ein Singeltrail) zurück nach Agdz auf die N 9 und somit auf Asphalt weiter. An Oasen mit Dattelpalmen vorbei nach Süden in die Wüste. In Mhamid empfängt uns ein Sandsturm, wir finden – trotz der Hilfe von zwei freundlichen Einheimischen – einen netten Zeltplatz. In Mhamid endet nicht nur die Asphaltstraße sondern auch die Welt – ab nun nur noch Sand so weit das Auge reicht.
12. Tag – Kurs West, durch die Wüste bis nach Tata. So nun beginnt für mich ein neuer Abschnitt – war als einziger Fahrer noch nie mit einem Fahrzeug im Sand und habe das nach nicht ganz zwei Kilometer eindrucksvoll gezeigt, indem ich die Karre bis zur Bodenplatte im feinen Sand versenkt habe – Georg U. konnte uns aber herausziehen und so gings flugs weiter zu den Dünen, wo wir eine zu Fuß bestiegen. Durch Erg el M´hazil und an Madaouer Srhir vorbei, mal im Sand mal im Schotter durch eine „Salzpfanne“ nach Foum-Zguid. Nun auf Asphalt bis zu einem Zeltplatz in der Nähe von Tata.
13. Tag – Fahrt über Igherm, Tafraoute und Tiznit an den Atlantik (ca. 30 km nördlich von Mirlaft). Dort haben wir eine nette Unterkunft entdeckt in der wir noch zwei Tage blieben, schwimmen im Atlantik und Strandspaziergänge prägen den Tagesablauf
14. Tag – Aufenthalt am Atlantik
15. Tag – Fahrt nach Agadir, Rückgabe der Mietautos, ein Teil der Gruppe bleibt beim Gepäck am Flughafen, der Rest geht noch schnell in Agadir an den Strand. Unser Flug verspätete sich um ca. 13 Stunden (Aschewolke) und wir kamen dann erst am 21.04.2010, gegen 07.00 Uhr in München an und traten die Heimreise nach Tirol an.

PRINZ Andi

Tourendatum: 6.4. – 20.4.2010

Der Gedanke  an den traumhaft schönen Berg  Shivling in Indien  ist  schon im Spätherbst  2009 gefallen. Warum genau dieser Berg das Fragen uns sehr viele, aber  so eine Frage ist sehr schwer zu beantworten. Als  ich mit meinem Kollegen Matthias Auer  im Herbst  nach einem Ziel suchte  für eine Expedition   stieß uns der Shivling (auch genannt Matterhorn Indiens) direkt ins Auge .
Die Fakten für den Berg waren gleich offen gelegt und  waren für uns wie zurechtgeschnitten. Wir wollten nicht auf so einen Berg wo die Objektiven Gefahren und die Verhältnisse die Hauptrolle spielen , so dass man nur Warten und Bangen muss ob man den Gipfel jemals erreicht und das Risiko in einem zumutbaren Verhältnis zu Berg steht.  Die Monate  Mai und Juni   vor dem Monsun  bilden eine recht hohe Erfolgschance und so war es für uns klar, dass  wir im Frühjahr starten. Als Verstärkung unseres Team wollten wir Ambros Sailer aus Strengen am Arlberg dabeihaben und so war unser Team komplett. Wir drei kannten uns schon sehr gut da wir vor vier Jahren schon eine Expedition im Karakorum durchgeführt hatten. Vertrauen und Zusammenhalt ist das wichtigste bei so einem Unternehmen  auf das wir Aufbauen konnten. Im Februar  dieses Jahres liefen dann die Vorbereitungen au f Hochtouren  und ich entschloss mich den Papierkram zu erledigen da ich aufgrund meiner Winterarbeit  doch genügend Zeit aufbringen konnte. Matthias und Ambros  organisierten noch den Rest .
Aufgrund einiger Recherchen  entschlossen wir uns für den Ostgrat der nur ein Handvoll  Begehungen aufwies, das uns aber nicht sonderlich abschreckte. Kurz vor der Abreise im Mai trafen wir uns noch einige Male um das Material genau zu sortieren und   die Wichtigsten Dinge per Air Cargo vorauszuschicken da unser Fluggepäck nur  30 kg betragen durfte. Unter den Wichtigen Dingen waren  auch Speck, Hirschwürste, Schnaps und Tiroler Schüttelbrot  dabei um in den 6 Wochen  die Heimatlichen Leckereisen  nicht ganz zu missen. Matthias hatte auch noch ein Glas Grantenmarmelade  (Preiselbeeren)  dabei, die  die künstliche Marmelade der Inder  doch in den Hintergrund stellte.
Der Flug am 5. Mai  von München  über Dubai  nach Delhi  war recht langweilig aber so ist es halt beim Fliegen. Unsere Agentur  wartete schon auf uns am Flughafen und die feucht heiße Luft  ließ und sofort in Schwitzen kommen. Noch ein kurzer Abstecher zu m  Geldwechseln  und dann ging`s mit einen kleinen Privatbus zum Imf (Indian Mountain Foundation) wo wir unser Briefing machten damit  erhielten wir auch Bewilligung  für den Eintritt in den Gangortri Nationalpark und für die Besteigung des Berges. Die  notwendigen Zahlungen leisteten wir in Bar  und den Laisson Offizier hatten wir von nun an auch dabei (zwar umsonst aber so ist halt das Gesetz). Nach einer wohlverdienten Nacht  ging’s dann zweieinhalb Tage mit Bus und Jeep nach Gangorti den Ausganspunkt unserer Reise. In Rishikesh und Utarkashi   besuchten wir auch noch ein paar Märkte  und eine Zeremonie am Ganges.
Unsere Agentur  (Rimo Expeditions) die für unsere Verpflegung verantwortlich war,  hatte alles schon vorbereitet und so konnte es am  9 Mai  im fast vier Stündigen Fußmarsch  von Gangotri  zum ersten Camp auf 3.300 Meter Chirbasa losgehen. Mit 17 Trägern und einer fünf  köpfigen  Mannschaft die für unser leibliches Wohl sorgte  ging es so drei Tage bis wir unser Basislager  auf 4.463 Meter auch genannt Topovan.

Wir drei konnten das schöne Wetter genießen  und staunten nicht schlecht als wir das erste Mal die Baghirati gruppe sahen und dann im nächsten Augenblick die eisige Gipfelkappe des Shivling. Echt beeindruckend und etwas furchterregend. Es war noch sehr viel Schnee am Berg, aber wir waren ja erst bei der Anreise. Das Basislager (BC)  war ein riesiger flacher Boden mit einem kleinen Bach  genau richtig um hier die Zelte aufzustellen. Die ersten Tage vergingen mit Material sortieren und  Gelände erkunden. Das Wetter machte uns nur etwas sorgen –in der Früh strahlend blau und ab den Mittagstunden Bewölkungsaufzug und dann Schneefall. Die Nächte waren meist klar und sehr kalt.
Der erste Transportgang zum Ostgrat mit dem wichtigsten Material. Das Material ( Seile, Gas und Essen für 5 Tage ) hatten wir gut unter einem Stein deponiert so das wir beim nächsten Transportgang  die Hardware mitnehmen konnten. Konditionell ging es uns eigentlich recht gut  und in knapp dreieinhalb Stunden hatten wir unsere Rücksäcke 1.000 Meter höher. Das Wetter wie immer perfekt  und so konnten wir mittels Fernglas den Ostgrat  genau inspizieren.
In den darauffolgenden Tagen ruhten wir uns noch mal aus studierten unsere Infos  und dachten über eine geeignete Strategie nach.
Die Verhältnisse am Ostgrat ließen keinen realistischen Versuch zu und so entschieden wir uns   für den Westgrat  der technisch wesentlich einfacher ist und der viele Neuschnee   uns nicht  so behinderte.

1.Versuch  Richtung Gipfel

Unsere Meteorologe Karl Gabl  prognostizierte  sehr schlechte Wetter mit tiefen Temperaturen und 50 cm Neuschnee aber wir ließen uns nicht davon abbringen und starten am??????  Richtung Meru Gletscher  und in weiter  folge zu einem geeignetem Biwak Platz   in der Westseite    um dort die Nacht  zu verbringen und um  uns an die Höhe zu gewöhnen. Die Prognose  stellte sich als Richtig heraus  und unser kleines 2 Mann Zelt zu dritt  war auch klein. Ich dachte mir kurze Zeit  -hoffentlich schlägt kein Blitz ins Zelt  ein. Kein Platz zum Umdrehen  und schlecht gelegen stehen wir drei  dann um 05:30 Uhr auf  und es gibt keine  Debatte über den Weiterweg. –Abstieg in BC   und die Hardware haben wir am sicheren Lagerplatz in  5.200 Meter Höhe vergraben um  es nicht noch einmal hochzutragen.

2. Versuch  und Summit

Nach zwei Tagen Rasten und Trockenen der Ausrüstung  waren wir schon wieder heiß auf einen Versuch denn wir wussten die Zeit läuft und was machen wir wenn es diesmal wieder nicht klappt. Kurzer Anruf bei unserem Wettergott Gabl,  der uns für die nächsten drei Tage  weniger  Niederschlag aber leichten Wind und sehr tiefe Temperaturen vorhersagte.  Nach kurzen Überlegungen stand unsere Entscheidung fest und so stiegen wir am Freitag den 21.Mai Richtung Camp 1 auf. Das Wetter strahlend blau keine Wolke am Himmel und es hielt auch den ganzen Tag –  das erste Mal seit zwei Wochen!! Nach drei Stunden erreichten wir schon unseren Lagerplatz wo unser Material ausgruben kurz was aßen und dann noch weitere 400 Hm aufstiegen  um auf einen objektiv sicheren Biwak Platz  zu erreichen. Alles lief nach Plan und um 16:30 Uhr  hatten wir den Platz auf 5.600 Meter  erreicht. Allen gingen es Gut  nur die Sonne hatte uns heute etwas zugesetzt  und ich hatte Kopfschmerzen die ich mit einer Schmerztablette auslöschte. Die Strategie und der Weg für den Gipfel  standen fest. Leichtes Gepäck mit Biwak Ausrüstung und den notwendigsten Sicherungsmaterial.
Nach einer kurzen Nacht läutete uns der Wecker um  04:30 Uhr  aus dem warmen Schlafsack  und eine Stunde später waren mit schon Richtung Gipfel unterwegs. Jeder in seinem Schritt und in den Gedanken versunken gewinnen wir gut an Höhe und beim ersten Tageslicht sehen wir schon bedrohlich den Serac über uns hängen. Nach vier Seillängen im Kombinierten Gelände  hatten wir den Serac hinter uns gelassen und nur noch  den Gipfel in unseren Augen fixiert. Jeder von uns glaubte nun sei es gegessen, aber es hat getäuscht. Die Gipfelflanke forderte nochmal alles und nach 9,5 Stunden Aufstieg standen wir mit leichten Tränen am Gipfel unserer Träume Shivling 6.543 Meter. Am Gipfel kurz die Aussicht genießen, Blick hinunter in BC und die üblichen Fotos. Der Abstieg  war im oberen Teil von Abseilen geprägt und nach weiteren 4,5 Stunden  hatten wir wieder unser kleines Zelt erreicht.
Total fertig, aber zufrieden ließen wir den Tag ausklingen und legten und in unsere Schlafsäcke. Die Nacht war nicht gerade erholsam und so standen wir schon wieder beim Morgengrauen auf und stapften mit schweren Gepäck Richtung BC. Das schwere Gelände hinter uns  und das herrliche Frühstück vor Augen  passierte es: Matthias rutsche im harten Firn aus und fiel fast regungslos 350 m nach unten – Blutend –Feilchen  am Auge  und starke Schmerzen am Knie blieb er Gott sei Dank liegen  bevor es über steile Felsen  wahrscheinlich in eine andere Welt gegangen wäre.
Wir mussten welches Glück er hatte  uns so kämpften wir uns mit geteiltem Gepäck von Matthias in BC hinunter  wo sie uns herzlich empfangen hatten. Nach einem guten Frühstück  und Summit Cake  ließen wir es uns gut gehen und waren  uns noch gar nicht bewusst was alles noch auf uns  zukommen würde. Am nächsten Morgen konnte Matthias nicht mehr mit dem Fuß auftreten und so entschieden wir uns die Expedition abzubrechen  nach Hause zu fliegen. Die Hubschrauberbergung von Matthias ließ vier Tage auf sich warten und  war sehr aufwändig.  Mit einem  Privattaxi ging`s dann wieder nach Delhi wo wir noch knapp zwei Tage warten mussten bis wir einem Flug hatten. Matthias ging es schon wieder besser und die Wunden waren schon gut verheilt. Die Expedition bleibt uns noch lange in Erinnerung aber wie heißt es so schon Ende gut alles Gut.

Shivling in 48 Stunden

Bericht  Karl Dung Juni 2010

Mustang – Naar Phu Trekking und Seribung Peak (6328m)

Am Samstag den 9.10. flog ich zuerst mit Lufthansa von München nach Frankfurt wo ich dann mit den anderen Teilnehmern zusammentraf. Nach den üblichen Wartezeiten folgte ein relativ entspannender Flug nach Abu Dabi. In Abu Dabi hatten wir dann allerdings 7 Std. Wartezeit zu überbrücken, wozu Dominik bereits die ideale Idee hatte, diese in der Lounge bei Gate 14/15 zu verbringen. Um 13:40Uhr flogen wir dann in weiteren 3:40Std weiter nach Kathmandu. Den Vormittag des Folgetages hatten wir dann zur freien Verfügung. Ich fuhr dazu mit dem Taxi nach Bodnath und genoss dort wie gewohnt ein ausgezeichnetes Momo-Essen bei Home Basnet im Bodnath Cafe & Restaurant. Danach flogen wir am frühen Nachmittag von Kathmandu mit einer Airstream 41 der Yeti Airlines entlang des Himalaja Hauptkammes nach Pokhara. Trotz einiger kleiner Wolken waren einige hohe Schneeberge bereits sichtbar. In Pokhara wurden wir von einem kleinen Minibus abgeholt und zum sehr ruhig gelegenen Shangri La Ressort gebracht wurden. Am folgenden Morgen flogen wir dann nach einer intensiven Kontrolle unseres Reisegepäcks durch die nepalische Polizei um 7:30Uhr mit einer Twinotter bei wolkenlosem Wetter durch das Kali Gandaki nach Jomosom. Der Flug bot eine perfekte Aussicht auf den Daulagiri, den Nilgiri und die weiteren umliegenden Berge. Am Flughafen erwartete uns bereits voll motiviert unsere Mannschaft welche sogleich das Gepäck in Empfang nahm und damit Richtung Kagbeni (2880m) losmarschierte. Leider ist der Weg nach Kagbeni nur eine Straße mit doch einigem Jeepverkehr. Pünktlich um 10:00Uhr setzte dann auch der Südwind im Kali Gandaki ein welcher zum einen für das sehr gute Wetter verantwortlich ist aber zum anderen auch jede Menge Sand in dieser kargen Gegen mit sich bringt. Um die Mittagszeit trafen wir dann in Kagbeni ein wo wir gleich die ersten Köstlichkeiten unserer Küchenmannschat serviert bekamen. Nach dem Essen besichtigten wir die sehr alte Gompa (ca. 600Jahre) und den restlichen Ort. Am Abend verwöhnte uns die Küchenmannschaft dann mit Chickencurry, Dal, Reis, Salat und als Nachspeise einem Kuchen. Bereits jetzt war allen klar, dass wir hier einen der besten Köche die es in Nepal gab mit an Board hatten.

Am Mittwoch überschritten wir dann die Grenze in die Restricted Area Upper Mustang und gingen wir bis Mittag immer der Straße folgend weiter nach Tangbe einem sehr ursprünglichen Dorf wo die Zeit fast stehen geblieben ist. Da wir relativ flott am weg waren und die Küche noch etwas mit dem Essen brauchte blieb uns noch ausreichend Zeit zur Besichtigung des Ortes mit seinen vielen engen verwinkelten Gassen. Nach dem Essen wanderten wir in einer sehr abwechslungsreichen Landschaft aus Erosionsgebilden aus Sandstein vorbei an Chusang bis nach Chele. Besonders bemerkenswert waren dabei die Felsfomationen bei Chusang und bei Chele wo sich sogar der Fluss seinen Weg direkt durch den Sandstein bohrte. Nach einem kurzen Schlussanstieg erreichten wir im Abendlicht dann unseren Zeltplatz in Chele. Die verbleibende Zeit genossen wir noch auf der Dachterrasse neben dem Zeltplatz. Der folgende Tag begann dann mit einem landschaftlich grandiosen Aufstieg durch einen Canyon aus Sandstein welcher am Ende in ein Hochtal mündete bis zum Dajori La (3735m). Von diesem kleinen Pass ging ich noch auf einen kleinen Aussichtgipfel von wo sich eine 1a Ausblickt auf die Annapurnakette und Mustang bot. Danach folgte noch ein kurzer Abstieg zum Mittagsplatz in einer Loge in Samar (3660m). Nach dem Essen verließen wir dann die Hauptroute und gingen über den Chorate La in eine weitere Schlucht welche bald schon dem Garnd Canyon ähnelte bis zur Höhlengompa von Rangchyung. In der Gompa befanden sich zu unserem erstaunen einige Leute welche gerade Vorbereitungen für ein Festival trafen. Unter anderem stellten sie eine große Anzahl an Kerzen her indem sie viel Messingbecher mit Wachs und einem Docht füllten. Die Besichtigung der Gompa in den Felsen war für mich besonders faszinierend da diese Bauart ja nicht gerade alltäglich ist. Im Anschluss gingen wir dann durch den Canyon immer leicht ansteigend weiter bis wir schließlich an unserem Etappenziel in Syanboche ankamen. Zu unserer Verwunderung stand dort bereits direkt neben einem Haus ein Bagger welcher von chinesischer Seite her die Straße immer weiter vorantreibt. Am Freitag machte ich dann noch einen kleinen Abstecher zur Ortschaft Ghiling mit seinem Kloster bevor ich kurz vor dem Nyi La wieder auf die Hauptroute traf. Vom Nyi La ging es steil bergab zu unserem Mittagsplatz in Ghami (3520m). Immer wieder faszinierend ist das Grün und die Bäume um die Ortschaften. Nach dem Mittagessen besichtigten wir dann die längste Manimauer von Mustang. Der Weiterweg bis zu unserem Lagerplatz vorbei an beeindruckenden Felsformationen welche im Abendlicht perfekt zur Geltung kamen bei Dakmar stellte für mich landschaftlich einen der absoluten Höhepunkte der Tour dar. Am Abend konnten wir dann noch die Pflügung eines Ackers mit Jopjocks beobachten. Am folgenden Tag stand zuerst ein Aufstieg auf den Min La (4170m) auf dem Programm bevor es immer abfallend bis zur sehr alten Ghar Gompa hinunter ging welche wir auch sogleich besichtigten. Nach einer Jause wanderten wir vorbei an Saukre bis nach Chrang wo uns bereits die Küchenmannschaft mit einer Suppe erwartete. Am Nachmittag konnten wir uns noch die sehr beeindruckende Klosteranlage des Ortes ansehen. Der folgende Tag brachte dann zum ersten Mal in der Früh etwas bewölkteres Wetter, welches sich aber von Stunde zu Stunde immer mehr lichtete womit dem Einzug in die „Walled City“ Lo Manthang nichts im Wege stand.

Die Straße führte uns dazu zuerst auf den Lho La (3950m) von wo sich bereits ein erster Blick auf die Hauptstadt bot und im Anschluss immer leicht abfallend bis in die Stadt wo wir bereits zu Mittag eintrafen. Unser gemütlicher Zeltplatz lag knapp an der Stadtmauer in einem ummauerten Bereich mit einigen Bäumen. Für mich erstaunlich war die äußerst geringe Anzahl an Touristen welche wir in dieser Stadt trafen. Am Abend gab es dann eine Ziege als Festessen und im Anschluss eine Tanz und Musikaufführung unserer Mannschaft. Am Montag hatten wir eine geführte Besichtigung durch alle drei Gompas und das Museum der Stadt. Beeindruckend wie alt und doch noch gut erhalten diese Bauwerke sind. Am Dienstag verließen wir Lo Manthang und stiegen zuerst wieder zum Lho La auf bevor es in ständigem auf und ab über einen Rücken immer näher an die Westflanke des Kali Gandaki ging. Ein paar kleinere „Gipfel“ die gerade neben dem Weg lagen musste ich da natürlich auch gleich mitnehmen. Dann folgte entlang von beeindruckenden Erosionsformen ein steiler sandiger Abstieg nach Dhi Gaon zu unserem Mittagsplatz. Nach dem Essen überquerten wir über eine Hängebrücke hinter dem Ort den Kali Gandaki. Im Anschluss ging des durch eine weitere Schlucht immer leicht ansteigend bis nach Yaragaon (3650m). Bei der Ankunft präsentierte sich der Ort in einem wunderbar weichen Abendlicht welches sich wiederum bestens für Fotos eignete. Diese letzte Nacht in sehr humanen Höhen bei warmen Temperaturen musste richtig genossen werden. Am Abend bekamen wir noch von der einheimischen Bevölkerung eine Aufführung eines Volkstanzes. Die folgende Etappe war dann eine der längsten des Trekkings. Zuerst gingen wir noch durch ein tiefes Canyon dann über Hochwiesen bis auf einen namenlosen Pass mit ca. 5000m. Vom Pass nützte ich noch die Zeit für einen kleinen leider ebenfalls namenlosen 5000er von wo man interessiert ein paar riesigen Geiern zusehen konnte welche auf der Suche nach Beute waren. Zum Schluss folgte noch ein kleiner Abstieg bis zu unserem Lager bei Ghuma Thati auf 4750m. Am folgenden Tag ging es zuerst gemütlich über Schottergelände bis auf den nächsten namenlosen Pass mit 5300m. Vom Pass marschierte ich dann auf der Nordseite immer ansteigend auf einen Sattel und von dort nach Nordosten über einen Rücken auf einen namenlosen Gipfel mit 5921m (laut Karte). Die letzten Meter zum Gipfel gestalteten sich sehr windig wofür aber die Aussicht von oben Richtung Mustang, Tibet und die Annapurnagruppe kaum zu überbieten war. Selbst ganz im Hintergrund konnte ich noch die Shishi Pangma sehen. Als Abstieg wählte ich die Ostseite welche mich zuerst über plattiges Gelände, dann über Schotterreisen bis in die Schlucht zum Lagerplatz Parsye Khola führte. Dort erwartete mich bereits die Mannschaft mit einem Mittagessen. In der Schlucht zeugten schon Eiszapfen auf der gegenüber liegenden Bachseite von der Kälte die uns am folgenden Morgen erwarten wird. Am nächsten Morgen stiegen wir bei ziemlich tiefen Temperaturen auf der gegenüberliegenden Bachseite zuerst steil hinauf, dann etwas gemäßigter bis zum nächsten Pass mit 5500m. Von Dort gind es fast immer bergab bis ins nächste Tal. Die letzten Meter ins Tal führten über einen relativ frischen Felssturz. Zum Schluss wanderten wir nochmals 1Std leicht bergauf bis zu den Seen von Damodar (4950m) wo für die nächsten zwei Nächte unser Lager stand. Die kommende Nacht brachte dann sogar 2cm! Schnee, welcher aber von der Sonne sofort wieder geschmolzen wurde. Der Ruhetag stand dann ganz im Zeichen der Erholung und Akklimatisation. Wir machten nur einen kleinen Sparziergang zu den Seen und den Chorten in der Umgebung.

Am Sonntag gingen wir zuerst über trockene Wiesen, dann über Moränengelände immer mit wunderbaren Ausblicken auf die umliegenden Gipfel bis zum Seribung Basecamp (Japanerbasislager) auf 5260m. Die folgende Nacht wurde dann doch schon relativ kalt mit Temperaturen von -13°C im Zelt! Aber am nächsten Tag erwarte uns schon bald wieder die angenehm warme Sonne womit wir immer weiter am Moränengelände mit zum Beginn des zuerst noch mit reichlich Schutt bedeckten Gletschers gingen. Immer stetig ansteigend in einer wunderbaren Kulisse gingen wir bis auf den Bhatchauk Gletscher. Auf diesem stiegen wir zwischen sehr beeindruckenden Eisformationen bis zum Highcamp ca. 5720m, welches schließlich wieder am Rand im Schotter stand. Die Küche bereitete uns an diesem letzten Abend vor dem Gipfel wie immer ein ausgezeichnetes Abendessen mit einer ordentlichen Portion Nudel. Am Folgenden Tag dem 26.10. stand die Passüberquerung und der Gipfel am Programm. Nach einem zeitlich moderatem Start um 7:00Uhr stiegen wir zuerst immer orthographisch rechts haltend zuerst über Schotter, dann über Schnee, der in knietiefe Spurarbeit mündete bis zum Mustang Pass (6042m). Nach einer kurzen Rast spurten Dominik und ich dann zuerst im Pulver dann im immer delikater werdendem Bruchharsch bis zum Gipfel des Seribung (6328m). Die Aussicht von oben war schlicht und einfach genial. Vom Manaslu über die Annapurna I und Daulagiri war alles vertreten. Und sogar der Wind hielt sich an diesem perfekten Gipfeltag sehr in Grenzen. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast begannen wir mit dem Abstieg zuerst zum Pass retour und dann weiter über den Gletscher nach Osten bis zum ostseitigen Hochlager auf ca. 5500m. Im Abstieg boten sich immer wieder beeindruckende Blicke in die umliegenden Gletscherbrüche. Die folgende sternenklare Nacht war dann mit sicher -20°C Außentemperatur eine der kältesten. Richtig angenehm, dass wir in der Früh gleich zum Frühstück von der Sonne empfangen wurden. Der folgende Abstieg führte uns zuerst über Moränengelände bis nach Bhirkuti dem Ende des Gletschers wo wir unsere Mittagsjause einlegten. Dann ging es weiter durch das Bachbett und anschließend immer wieder in der Schlucht weglos in sehr steinschlagigem Gelände bis zu unserem nächsten Camp auf 4570m welches etwas oberhalb des Baches lag. Die Zelte standen endlich wieder auf einer „Wiese“ und sogar ein paar Sträucher gab es wieder zu sehen. Am Donnerstag gingen wir bereits über einen zum Teil neu angelegen sehr schönen Höhenweg zuerst nach Nagrou einem verlassenem Ort und nach einem kurzen Gegenanstieg hinunter nach Phu. Dabei kamen wir auch immer wieder an größeren sehr alten Chorten vorbei welche sich mit den im Hintergrund gelegenen Schneebergen ideal als Fotomotiv eigneten. Der Ort Phu mit seinen sehr dicht aneinander gebauten Häusern war für uns der erste Kontakt mit der Zivilisation. Richtig faszinierend, dass in der heutigen Zeit noch Leute in dieser kargen Gegend in dieser Höhe anzutreffen sind. Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung womit wir neben einer Besichtigung des Ortes eine etwas außerhalb liegende Gompa besichtigten.

Am Nächsten Tag ließen wir alsbald Phu hinter uns und wanderten zuerst durch eine tiefe Schlucht bis nach Kyang unserem Mittagsplatz. Dabei boten sich auch jede Menge ausgezeichnete Blicke auf die Annapurna II und IV. Nach dem Essen wandelte sich die Landschaft erstaunlich schnell von kargen Berghängen über wenige Laubbäume bis hin zu einem Kiefernwald. Das nächste Lager stand dann bei einer neu errichteten Lodge in Meta. In dieser Gegend ist es schon offensichtlich, dass der Tourismus durch die Errichtung von weiteren Lodgen angekurbelt werden soll. Am folgenden Tag gingen wir durch eine sehr dicht bewaldete Schlucht wo der Fluss teilweise dem Yukon ähnelte hinaus bis nach Koto (2640m) auf der klassischen Annapurnarunde, wo uns fast der Touristenschock traf. In 2 Minuten begegneten uns so viele Leute wie wir in den vergangen 3 Wochen in Summe getroffen hatten! Dann wanderten wir noch ein paar Meter weiter bis nach Tanchok zu unserem nächsten Lager. Am Sonntag wanderten wir über Darapani weiter nach Tal wo sich bereits sehr deutlich die Straßenbaufortschritte erkennen ließen. In Tal schlug auch das Wetter kurzfristig um und ein Sandsturm kam auf und die umliegenden Berge wurden etwas angezuckert. Doch bereits am nächsten Tag war der Spuck vorbei und wir gingen bei trockenem angenehm warmen Wetter hinaus nach Jagat dem Mittagsplatz und anschließend weiter bis nach Syange. Leider ist speziell hier der Straßenbau schon sehr weit fortgeschritten womit ein Mountainbike sicher das geeignetere Fortbewegungsmittel wäre. Das Camp in Syange stand direkt neben dem Fluss nach der großen Hängebrücke. Die letzte Tagesetappe führte uns wieder fast ohne Straßenberührung über Reisterassen zuerst nach Nagdi. Dort trainierten die einheimischen Kinder bereits eifrig für ein bevorstehendes Fußballspiel. Zum Schluss ging es noch flach weiter hinaus bis nach Bhulbule wo unsere Zelte bereits direkt neben dem Busparkplatz aufgebaut waren. Die Träger hatten ja etwas Vorsprung da sie den Weg über die Straße auf der gegenüberliegenden Talseite genommen hatten. Am Abend gab es nochmals ein ausgezeichnetes Abschlussessen von unserer Küchenmannschaft bevor wir bei einer Tombola noch Ausrüstungsgegenstände und das Trinkgeld verteilten. Am Mittwoch fuhren wir in aller Früh zuerst mit einem für uns alleine gecharterten Lokalbus in einer holprigen Fahrt bis nach Besisahar wo uns bereits der Bus unserer Agentur erwartete. Mit diesem Bus fuhren wir über Dumbre mit einem kleinen Mittagsstopp vor dem Anstieg zum Kathmandutal wieder retour nach Kathmandu. Erstaunlich in welch schlechtem Zustand die Straße speziell auf den letzten Kilometern vor Kathmandu ist. Da wir glücklicherweise in keinen Stau kamen waren wir dann nach insgesamt ca. 8,5Std Busfahrt wieder um 16:30Uhr im Hotel Shangri La. Den folgenden Tag nützte ich noch zuerst zur Besichtigung des Königspalastes bevor wir uns alle in Boudnath zum Momo-Essen trafen. Am Abend gab es noch ein Abschiedsessen in einem traditionell nepalischen Lokal wo man erstaunlicherweise nicht am Boden sitzen musste. Am letzten fuhr ich dann noch nach Bhaktapur. Nach der Besichtigung der Stadt mit den vielen Tempeln und des Marktes welcher in der ganzen Stadt auf Grund des bevorstehenden Festivals aufgebaut war folgte noch ein ausgiebiges Mittagessen am Hauptplatz am kleinen Tempel. Dabei konnte ich wunderbar das rege Treiben und den Handel am Platz unterhab beobachten. Neben Äpfeln, Mandarinen und allen Sorten von Gemüse wurde so ziemlich alles Brauchbare verkauft. Im Anschluss fuhr ich mit dem Taxi retour zum Hotel retour. Nach einer kurzen Wartezeit bei einem Cappuccino wurden wir auch schon zum Flughafen gebracht und nach dem üblichen Warten am Flughafen begann der lange Heimflug über Abu Dabi nach München.
Alles in Allem war diese Reise für mich eine der schönsten, abwechslungsreichsten, einsamsten und am besten organisierten die ich jemals gemacht habe! An Dieser Stelle auch nochmals Danke an Amical Alpin und Dominik Müller!

Andi Schinner

Zeitraum: 9.10. – 6.11.2010