Kletterfahrt Kroatien – Bergrettung Hall

Unser Charly heißt Alex. (Für nicht Eingeweihte: Expeditionen rund um den Erdball vertrauen auf die Wetterprognose von Karl „Charly“ Gabl. Wir hielten auf unserer Kletterfahrt Kontakt mit Alex. Leider konnte Alex das Wetter aber nicht beeinflussen – Charly hätte wohl auch nicht helfen können). Zu Beginn gestaltete sich der Wetterverlauf also etwas nasskalt, was dazu führte dass eine alte Gepflogenheit, nämlich ein Kartenspiel mit dem Völkerverständigenden Namen „Ladinisch Watten“, zu Ehren kam. Neueste Theorien zum Kartenspiel wurden bald verworfen, die Alten waren also doch nicht so blöd wie manch Junger glaubt.
Zum Glück erinnerte sich das Wetter im Lauf der Woche an die üblichen Maitugenden und wir konnten dem eigentlichen Zweck unserer Reise frönen, klettern… klettern… klettern.
Die Klettergärten im Nahbereich der Ortschaft Omis bestechen zwar durch kurze Zustiege (zum Teil unter 10 Sekunden), sind aber schon fast zu nahe an der Infrastruktur. Die Routen bieten zwar tollen, nicht abgespeckten Fels und meist ausreichende Absicherung, das Ambiente lässt aber etwas zu wünschen übrig.
Ein absolutes Highlight ist der Klettergarten in Brela. Angenehmes Umfeld und ausreichend Material für mehrere Klettertage. Und mit „ein Traum für Ingrid“ findet man hier wohl eine der schönsten 6a Längen Kroatiens.
Richtig interessant wurde es dann in den Mehrseillängenrouten am Ilinac. Wir entschlüsselten „secret of cetina“, „rambo“, „freedom“ und die Linie der fallenden Geissen („mila i tri debila“).
Wie immer war die Kletterwoche kurzweilig und von vielen Wuchteln geprägt. Die Situationskomik ist an dieser Stelle nicht reproduzierbar.
-mac

Schitouren in Island

11.04. Um 6.00 Uhr treffen wir uns bei Walter in Absam und dank der flotten Fahrweise von Klaus sind wir bereits um 7 Uhr 40 am Flughafen in München. Beim Einchecken gibt es eine kurze Aufregung, da laut Computer die Reise von Walter bereits in Helsinki zu Ende ist. Der Flug von Helsinki nach Island scheint der langen Datenleitung zum Opfer gefallen sein. Mit Hilfe der freundlichen Dame am Schalter wird aber alles geregelt. Planmäßig um 10 Uhr 30 startet unser Flugzeug und landet nach 2 Stunden 20 in Helsinki. Dort ist es durch die Zeitverschiebung bereits 13 Uhr 50. Um 15 Uhr 30 sollte es weitergehen, aber das Flugzeug aus Island ist dort wegen Schlechtwetter noch gar nicht gestartet. Nach 6 Stunden etwas mühsamer Wartezeit, denn auch vom Biertrinken hat man einmal genug, ist es dann um 19 Uhr 45 endlich so weit. In der für 200 Passagiere konstruierten B 757 sind nur etwa 30 Plätze belegt. Haben die anderen vielleicht wegen des Wetters ihren Flug storniert?  Nach 3 1/2  Stunden landen wir in Keflavik und können die Uhr wieder um 3 Stunden zurückstellen. Wir haben also, und wenn auch nur theoretisch, einen Teil der verlorenen Zeit zurück gewonnen. Der leichte Nieselregen und die steife Brise, die uns empfangen, sind typisch isländisch aber nicht so tragisch, wie wir es uns vorgestellt haben. Vor der Tür wartet schon unser Bus, der uns ins Hotel nach Reykjavik bringt. Bald darauf sitzen wir in einem gemütlichen Restaurant beim Abendessen. Der gegrillte Lachs mit Gemüse und Ofenkartoffel ist die 20 Euro locker wert und das isländische Bier ist auch nicht schlechter als unseres. Zu Hause ist es inzwischen bereits  2 Uhr früh und dementsprechend müde fallen wir ins Bett.
12.04. Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir um 8 Uhr Richtung Norden. Unser isländischer Führer, Leifur Svavarson, kutschiert uns in einem komfortablen Mercedes-Bus mit Anhänger. Wir können entspannt die Licht- und Schattenspiele in der vorbeiziehenden Landschaft genießen. Mittags, nach 230 km, machen wir Rast bei der Tankstalle „Stadarskali“, wo ich bei meinen Radtouren bereits öfters eingekehrt bin und ich bin überrascht, wie sich die, vor ein paar Jahren einfache Raststätte, verändert hat. Alles ist neu und nach dem letzten Stand der Technik eingerichtet. Vielleicht sind das die Ursachen für die derzeitige Wirtschaftskrise in Island ?  140 km weiter, in „Varmahlid“, bereitet uns Leifur in der dortigen Raststätte einen reichhaltigen Lunch, damit wir für die heute vorgesehene Schitour gestärkt sind. Vielleicht wäre eine psychische Stärkung wichtiger, denn die Wetterstation zeigt eine Temperatur von 5° und Wind mit 6 m/sec. Alles andere als gemütlich, aber so ist es nun einmal in dieser Gegend. Nach 40 km erreichen wir einen Passübergang, 500 m ü.d.M. Die bisher in allen Brauntönen gehaltene Landschaft hat einen weißen Anstrich erhalten und die Temperatur den Nullpunkt erreicht. Wir können also zur ersten Tour starten. Der Aufstieg auf den 1.100 m hohen „Kinnarfjall“ vermittelt uns gleich einen Eindruck  dessen, was uns in den nächsten Tagen erwarten kann. Die Wetterverhältnisse ändern sich im Minutentakt von Nebel, Wind (in allen Abstufungen) und Eisregen bis zu sonnigen Abschnitten, die immer wieder tolle Ausblicke auf die umgebende Bergwelt gewähren. Einige steile und vom stetigen Wind vereiste Querungen machen die Harscheisen zur wichtigsten Ausrüstung. Nur Walter glaubte, ohne diese auszukommen und verletzte sich bei einem Ausrutscher an der Schulter. Bei der Abfahrt, die durch schlechte Sicht etwas beeinträchtigt ist, sind dann gute Kanten gefragt. Nachdem wir unser etwas unsanft geparktes Fahrzeug mit vereinten Kräften wieder flott gebracht haben, nehmen wir die letzte Etappe von 70 km unter die Räder und um 17 Uhr 30 sind wir am Ziel in „Ytri Vik“, einem Küstenabschnitt, ca. 30 km nördlich von Akureyri. Wir sind in zwei komfortablen Blockhütten, direkt am Strand untergebracht. Die Aussicht auf den „Eyjafjördur“ und die verschneiten Berge ist einmalig. Während wir uns in den hauseigenen Pools, bei einem Schluck Whisky, von den Strapazen des Tages erholen, bereitet Leifur das Abendessen. Es wird ein Gaumenschmaus mit Tomatensuppe, Fisch in Gemüse und Reis. Zum Nachtisch gibt es einen leckeren Pudding. Der erste Tag war schon einmal ein voller Erfolg. So kann es weitergehen.
13.04. Um 7 Uhr sitzen wir gemütlich beim Frühstück und eine Stunde später im Bus. Nach einer guten Stunde Fahrt sind wir am Ausgangspunkt der heutigen Schitour, in einem Tal, nordwestlich von Dalvik. Bis zum Gipfel des „Hestfjall“ sind 1.400 Höhenmeter zu bewältigen. Der Aufstieg ist wieder steil, aber nur im obersten Abschnitt glashart. Heute geht einmal kaum Wind und das Wetter ist auch in Ordnung. Als wir nach 3 Stunden am Gipfel stehen, scheint sogar die Sonne. Der Ausblick ist wieder total eindrucksvoll. Die Abfahrt bei guter Sicht und 10 cm Pulverschnee ist ein Genuss. Um 14 Uhr entspannen wir uns im Schwimmbad von Dalvik, ein nach den modernsten Richtlinien eingerichteter Glaspalast. Auf der Rückfahrt besichtigen wir noch eine alte Bierbrauerei in „Hauganes“ und lassen uns die diversen Kostproben schmecken. Das Abendessen mit Lachs in Zwiebelsauce und Kartoffeln ist wieder hervorragend.
14.04. Der Ausgangspunkt der heutigen Schitour ist direkt an der Küstenstraße von Dalvik nach Olafsfjördur, das Ziel der 1.100 m hohe „Kerahnjukur“. Ohne Wind steigen wir gemütlich durch ein weites Kar auf. Kurz unter dem Gipfel  ist er dann wieder da und sofort ist es nicht mehr so gemütlich und bockhart. Über den Gipfelgrat weht es so stark, dass es uns fast von den Beinen holt. Für die Abfahrt bilden wir heute zwei Gruppen, wobei eine den Weg über die westseitige Aufstiegsroute nimmt. Der Einstieg zu unserer Route über eine Wechte, ist wegen der Sturmböen etwas anspruchsvoll, aber dann ziehen wir unsere Schwünge im herrlichen Firn und Sonnenschein, über einen 40° steilen Osthang, der sich in einem Stück vom Gipfel bis fast zum Meer zieht. Nur die letzten 100 Höhenmeter müssen zu Fuß überwunden werden. Dass sich die Sonne wieder verabschiedet, stört uns nicht, da wir kurze Zeit später im heißen Pool des Schwimmbades sitzen. Zum Abendessen gibt es Dorsch in Gemüse mit Tagliatelle und Obstsalat.
15.04. Heute fahren wir um 9 Uhr 30 über Akureyri nach Genivik an der Ostküste des Eyjafjördur zum Gletscher des „Kaldbakur“. Das Wetter ist wieder isländisch, alle paar Minuten anders. Es ist nur gut, dass Leifur den richtigen Weg auch bei Nebel findet. Nach 2 Stunden und 900 Höhenmetern stoppen uns dann endgültig  Sturm und Eiseskälte. Wir verzichten ohne Widerrede auf den Gipfel. Die Abfahrt auf harter Piste ist besser als erwartet und im Schwimmbad von Akureyri sind dann auch Sturm und Kälte schnell vergessen. Anschließend machen wir einen Stadtbummel und genießen in einem netten Lokal Kaffee und Kuchen. In einem Geschäft der berühmten Sportmarke „Sixty Six“ können wir noch unsere Kauflust befriedigen. Auf der Heimfahrt kommen wir beim bekannten Freiluftmuseum „Laufas“ vorbei, das mit seinen Torfhäusern und der typisch isländischen Kirche wirklich sehenswert ist. Wir freuen uns nicht umsonst auf das Abendessen, es gibt Lammbraten und heute sogar mit italienischem Wein aus der Vinothek in Akureyri. Herz, was willst du mehr.
16.04. Nach dem Frühstück um 7 Uhr 30 starten wir um 10 Uhr zur heutigen Tour. Wir brauchen nur die 12 km bis Dalvik fahren. Dafür wollen wir heute auf zwei Gipfel. Das Wetter ist nicht gerade einladend, aber inzwischen wissen wir ja, dass sich das sehr schnell ändern kann. Zum ersten Mal geht es heute ca. 3 km flach dahin bevor es wieder steiler wird. Der Gipfelhang des „Einstakafjall“ ist dann wie gewohnt steil und pickelhart und wir sind wieder froh um unsere Harscheisen. Die Abfahrt über diese 300 Höhenmeter ist, auch wegen der schlechten Sicht, kein reines Vergnügen. Die Wolken sind wieder etwas dünner geworden und wir nehmen den zweiten Gipfel in Angriff. Oben angekommen ist es wieder stockdunkel und der durch den Sturm aufgewirbelte Schnee nimmt uns den letzten Rest der Sicht. So stelle ich mir „Ragnarök“, den in der Edda beschriebenen Weltuntergang vor. Es ist unmöglich, den richtigen Einstieg zur geplanten Abfahrt zu finden. Zu allem Überfluss ist meine Bindung total vereist und ich bin froh über die Hilfe meiner Kameraden. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als auf einen kurzen Lichtblick zu warten und dann fahren wir in Richtung der Aufstiegsroute ab. Die ersten 200 Höhenmeter sind ein Blindflug und dann reißt es plötzlich auf und wir genießen eine herrliche Firnabfahrt bei strahlender Sonne. Als wir später vom Schwimmbad in Dalvik zum Gipfel hinaufschauen, ist dort schon wieder die Hölle los. Die Kartoffelsuppe mit Lammfleisch und das gegrillte Lammbarbecue, füllt am Abend unsere leeren Energiespeicher wieder auf. Die gegrillten Bananen, gefüllt mit Schokolade, sind eine, bisher für alle unbekannte, schmackhafte Nachspeise.
17.04.  Am Morgen begrüßt uns leichtes Schneetreiben und um 10 Uhr brechen wir unsere Zelte ab. Nach Dalvik geht es durch einen 3,5 km langen Tunnel nach Olafsfjördur und weiter durch zwei nagelneue Tunnelröhren mit 7 und 4 km Länge nach Siglufjördur. Durch diese beiden Tunnel erspart man sich eine Strecke von rund 60 km. Inzwischen lacht wieder die Sonne vom Himmel und einer letzten Schitour steht nichts im Wege. Eigentlich ist es dann eine Variantenabfahrt, denn der Aufstieg wird durch einen Lift über 650 Höhenmeter auf 15 Minuten verkürzt. Die Abfahrt ist ein Schwelgen in herrlichstem Firn. Die folgende Busfahrt führt uns entlang der gesamten Westküste der Halbinsel „Tröllaskagi“ über Hofsos nach Saudakrokur und vermittelt Ausblicke in eine wunderbare Landschaft. Für mich ein besonderes Erlebnis, da dies die einzige Region Islands ist, die ich mit dem Fahrrad noch nicht erkundet habe. Über Blönduos, Stadarskali und Borgarnes geht es zurück nach Reykjavik, wo wir um 17 Uhr 30 wieder unser Hotel „Fron“ beziehen. Das etwas ungemütliche Wetter nimmt uns die Lust auf einen ausgedehnten Stadtrundgang und wir begnügen uns mit einem kurzen Besuch der Hallgrimskirche, die nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt ist. Dann flüchten wir in das bereits getestete Restaurant „Solon“ um uns aufzuwärmen und den Hunger zu stillen. Das gelingt mir ohne Mühe mit Huhn in Curry und Reis, Bier, Kaffee und Kuchen. Zur Unterstützung der Verdauung genehmigen wir uns anschließend einen „Fisk“ = isländischer Kräuterschnaps, in einem gemütlichen Studentenlokal. Da wir morgen ungewohnt früh aus den Federn müssen, verziehen wir uns bereits um 22 Uhr 30 dorthin.
18.04. Frühstück um 4 Uhr 30 – Abfahrt zum Flughafen um 5 Uhr. Um 8 Uhr 15 sind wir in der Luft und 3 Stunden später in Helsinki. Vor dem Abflug nach München, muss Martin noch dem Sicherheitsdienst erklären, dass sein ABS-Rucksack keine Bombe ist. Um 17 Uhr 50 sind wir wieder in München. Dass die Schi von Martin dort nicht ankommen, ist nicht besonders tragisch, da die Schisaison wahrscheinlich abgeschlossen ist. Nach einer kurzen Suchaktion in der Tiefgarage, haben wir auch unsere Autos wieder gefunden und 1 ½ Stunden später sind wir glücklich und um ein tolles Erlebnis reicher, wieder zu Hause.

Heinz

Tofana de Rozes (3225m)

Letzten Dienstag war es zur Abwechslung wieder einmal Zeit für eine kompakte Schitour. So fuhren wir zeitig in der Früh zur Dibona Hütte. Nach einer kurzen Tragestrecke von 20min konnten wir gleich auf bockhart gefrorener Schneedecke zum ex. Rif. Cantore aufsteigen und von dort über die gewaltige NO-Flanke auf einer perfekten Spur bis zum Beginn des Grates weitermarschieren. Auf den letzten Metern über den Rücken bis zum Gipfelkreuz kamen dann noch teilweise kurz die „Bremsen“ zum Einsatz. Von oben bot sich diesmal sogar fast nebelfrei ein traumhaftes Panorama auf die umliegenden Dolomitengipfel. Die folgende Abfahrt bot oben feinen Pulver und unten ab der Scharte idealen Firn. Alles in allem eine perfekte Dolomitentour.

Andi Schinner

Tourendatum: 26.4.2011

Cima Presanella (3556m)

Als Auflockerungs- bzw. Regenerations- Rahmenprogramm jeweils eine Rennradtour abhaltend, war der Schitourenmäßige Höhepunkt des Osterwochenendes mit der Cima Presanella am Freitag bereits erreicht. Allerdings wurde aus der vermeintlichen Abkürzung der Tour (indem wir den Anstieg von Südosten wählten), schlussendlich eine gehörige Verlängerung, da uns eine Lawine eine weitere Zufahrt mit dem Auto leider schon zu bald verwehrte. Da bewährte sich die Schitrage-Routine von den vorangegangen Touren, wenngleich diese Tragestrecke die Dimensionen des Vorstellbaren etwas erweiterte. Dieses nicht zu unterschätzende Detail, sowie auch die sich ebenfalls nicht unaufwändig gestaltenden  zwei Gegenanstiege  erklärten wohl auch, warum wir den ganzen Tag vollkommen alleine waren – nebenbei bemerkt, in einer der grandiosesten Schnee- und Felskulissen, die man sich nur wünschen kann. Dank des einmaligen Naturschauspiels und der Einsamkeit gehört diese Tour insgesamt zu den absoluten Highlights der gesamten Saison, nebenbei auch in Bezug auf Distanz, Höhenmeter und freigesetzter Schweißmenge pro Zeiteinheit.

Georg U.

Tourendatum_ 22.4.2011

Hochferner Nordwand

Die guten Verhältnisse lassen uns zu einer Tour starten, die schon lange auf der Wunschliste steht: die Hochferner Nordwand. Wir beschließen die Sache gemütlich anzugehen und fahren daher schon am Nachmittag ins Pfitscher Tal. Nach einer letzten Stärkung bei Sonnenschein marschieren wir von der 3. Kehre in Richtung Biwak. Nach einer ¾ Stunde sind wir von der Schlepperei erlöst, denn endlich können wir die Ski anziehen. Bei schöner Abendstimmung ist schon bald das Biwak erreicht. Zu unserer Verwunderung sind wir die einzigen, alle anderen starten wohl gerne früh bzw. haben Angst vor Überfüllung.
So können wir uns aber richtig ausbreiten und uns ein paar Extra-Decken sichern. Gegen 5 Uhr starten wir, weiter unten kündigen Stirnlampen einige Mitstreiter an. Die Wand selbst ist in gutem Zustand, wobei nach Lust und Laune zwischen Firn, Eis, weniger steil und steil gewählt werden kann. Wir entscheiden uns für die steile, eisigere Variante durch die Mitte der Wand: ein bisschen Spaß muss sein. Trotzdem freuen wir uns nach einiger Arbeit den sonnigen Teil der Tour zu erreichen. Zuerst geht es über das Firnbecken und nach einer letzten schweißtreibenden Stapferei durch den Gipfelhang sind wir schließlich am Ziel. Zur Belohnung gibt es eine gewaltige Aussicht und eine tolle Abfahrt mit super Firn. Nach dem Gegenanstieg heißt es noch einmal Ski tragen, aber selbst das stört nicht. Irgendwie ist es der passende Abschluss für diese besondere Tour.

Robert

Tourendatum: 17.4.2011

Bereits am Freitag reiste ein Großteil der Teilnehmer zum Rif. del Forni am Ende des Val de Forni im Südlichen Ortlergebiet an. Nach einem ausgezeichneten gemeinsamen Abendessen wurde der gemütliche Abend auch nicht alt zu lang da wir ja den folgenden Tag ausgiebig nützen wollten. Pünktlich um 6:30Uhr starten wir vom Ref del Forni zuerst zusammen mit einigen Freunden aus dem Süden die sich offensichtlich ein kleines Rennen auf unser Ziel lieferten bis zu Pizzinihütte wo uns auch schon knapp oberhalb die ersten Sonnenstrahlen empfingen. Danach marschierten wir immer zügig weiter bis zur besagten Rinne welche in die berühmte Ostflanke überleitete. Die Rinne war bei dieser Autobahn zu Fuß sehr angenehm zu gehen. In der Ostflanke schnallten wir auf Grund der außerordentlich guten Spur dann sogar wieder die Schi an und gingen so bis zum Schidepot. Erst von dort stiegen wir dann mit Steigeisen die letzen paar Meter bis zum Gipfel auf. Da wir neben fast 100 anderen Verdächtigen nicht die einzigen mit diesem Gipfelziel waren fühlte man sich geradezu wie auf einem Ameisenhaufen.

Somit ergriff ich schnell die Flucht und beschloss die Tour noch etwas zu erweitern womit ich zuerst über die Ostflanke und anschließend über die Nord-Ost-Rinne bis kurz unterhalb der Schaubachhütte abfuhr. Danach fellte ich wieder auf und stieg auf die Suldenspitze auf von wo sich ein perfekter Ausblick auf den vorhergehenden Gipfel die Königsspitze bot. Nach einer kurzen Abfahrt zur Casattihütte zum Auffüllen der Flüssigkeitsreserven (1a Cappuccino) stieg ich zum Abschluss noch auf den Cevedale auf. Zu guter letzt fuhr ich dann noch bei durchwegs sehr guten Verhältnissen direkt zur Pizzinihütte ab und über den Weg retour zum Ausgangspunkt wo bereits der Rest der Gruppe gemütlich den Tag ausklingen ließ.

Am Sonntag starteten wir wieder fast überpünktlich von kurz unterhalb des Rif. del Forni über das Val di Giacomo bei fast frühlingshaften Temperaturen zuerst durch eine nette Rinne und anschließend über sehr abwechslungsreiches Gelände bis zum Gipfel des Pizzo Tresero auf. Glücklicherweise war dort oben deutlich weniger Betrieb als am Vortag womit wir in Ruhe das Panorama über die umliegende Bergwelt genießen konnten. Die Abfahrt präsentierte sich im oberen Teil fast pistenartig und mit zunehmendem Höhenverlust immer wechselhafter. Schlussendlich kamen wir dann kurz vor Mittag sehr zufrieden beim Ausgangspunkt an und ließen den Tag noch gemütlich bei Speis und Trank in S. Caterina ausklingen bevor alle wieder die Heimfahrt antraten.
Alles in allem ein wunderbares Schitourenwochenende im südlichen Ortlergebiet.

Andi Schinner

Tourendatum: 2 – 3.4.2011

Hocharn 3254m, übers Krumltal

Die letzte Schitour auf den Ritterkopf vom Bodenhaus im Raurisertal ließ die Idee aufkommen, auch einmal wieder auf den Hocharn zu gehen. In vielen Tourenführern als eine der schönsten Schitouren im Salzburgerland beschrieben, ist sie auch dementsprechend häufig besucht.
Aber über das Krumltal gehen nur wenige, denn ein 4-5 km Talhatscher schreckt doch viele, oder sind es die 2000 Hm ?  Na, egal! Um 4.30 geht’s in Salzburg los.
Peter scheint am Lenkrad noch irgendwie abwesend, doch ein Doppelblitz bei Golling auf der Autobahn weckt ihn rasch, denn es war kein Gewitter, sondern eine neue Radarbox!
Guten Morgen!
Beim Tagwerden schnallen wir die Schi auf den Rucksack, denn der Forstweg ist bereits schneefrei.  Gemütlich geht es los, um die Kräfte für den langen Anstieg zu schonen. Umso mehr freuen wir uns, als nach 10 Minuten schon eine geschlossene Schneedecke vorhanden ist. Toll! Alles aper, nur am Weg gute Bedingungen. So schlurfen wir gemütlich zur Bräualm und weiter zur Wasserfallalm. Keine Menschenseele kreuzt unseren Weg.
Nach 1 ½ Stunden wird einmal das 2. Frühstück eingenommen. Von wegen Müsliriegel, ein dickes Salamibrot mit Käse enthält alles, was man für so eine Tour braucht, vor allem viele Kalorien. Und schon geht es weiter über ideales Firngelände. Der typische Frühjahrsschitourenduft streicht um die Nase, der Firn gleist in den Vormittagsstrahlen, so macht Bergsteigen Spaß. Allmählich kommen wir zum Talschluss und die Flanke steilt gehörig auf. Den Riesenhang mit gut 500 HM lassen wir allerdings rechts liegen und spuren im gepressten Pulver steil über eine Rinne nach links. Über den Ostgrat geht es anschließend dem Gipfel zu. In der Ferne sieht man schon die Normalweggeher höherrasten. Man kann ihr Schnaufen förmlich hören oder ist es Peter hinter mir? Nach guten 4 Stunden ist es geschafft. Ein kühler NW-Wind begrüßt uns am Gipfel zusammen mit 60-80 weiteren Bergbegeisterten. 10 Meter unter dem Gipfel, windgeschützt, hat man das Gefühl, man wäre auf einer Schihütte am Arlberg. Bunte Anoraks, wilde Bergsteiger, zarte Frauen und allerlei Düfte und Geschrei lassen einen nur so staunen. Ein Kommen und Gehen wie in einem Bienenhaus. Ein Gipfelfoto ist eigentlich nicht möglich, da das Gipfelkreuz ständig „ besetzt“ ist. Also werden rasch die Trinkvorräte vernichtet und los geht’s, weg von den Massen, über den SW-Grat zurück ins Krummeltal.
Bereits nach 20 Meter herrscht wieder Stille. Die Traumflanke der Abfahrt liegt nun zu unseren Füßen. 500 Hm mit gleichmäßiger Steilheit zw. 40 und 45 Grad und ohne eine Spur in leicht gepresstem Pulver. Etwas mulmig ist  mir in der Einfahrt schon, ob der wohl hält? Aber Peter kennt da nichts. In gleichmäßigen schönen Schwüngen sticht er hinunter. Ich folge ihm anfangs in seinen Spuren, doch nach kurzer Zeit schon kommt Vertrauen auf und wir legen 2 elegante Spuren. Manchmal bleiben wir stehen und können dieses Glück gar nicht fassen. Am Ende dieses Hanges wird gerastet. Lange betrachten wir unsere Spuren. Unglaublich! Weiter geht’s, doch dann ein Schreck! Peter stürzt! Das wäre bei 25 Grad Steilheit nicht weiter schlimm, aber sein Schi löst sich und tritt alleine den Abstieg an. Wie ein Pfeil saust er talwärts und ich kann gerade noch erkennen, wie er in weitem Bogen über eine Geländekante hinausschießt! Na bravo! Der Abstieg wird etwas länger dauern, doch wie durch ein Wunder finden wir ihn nach 10 Minuten wieder und somit ist der Tag gerettet.
Zum Schluss verabschiedet sich das Krummeltal noch mit einer ordentlichen Nassschneelawine, 5 Minuten nachdem wir den Graben passierten,  und ein Bartgeier geleitet uns sicher zum Auto zurück. Gefeiert wird die Tour abschließend beim Lechnerhäusl mit Bier und Apfelstrudel, wobei ich das Bier gegen einen Kaffee tausche. Gewohnheitssache eben.

Walter

Piz Palü (3900m)

Auf der Anreise zu unserem gemeinsamen Klubschitourenwochenende legten wir letzten Freitag am Berninapass einen kleinen Boxenstopp ein. Zuerst fuhren wir gemütlich mit der Seilbahn auf die Diavolezza. Berits von dort bot sich ein perfekter Ausblick auf unser Tourenziel den Piz Palü. Nach einer kleinen Abfahrt zum Vadret Pers Gletscher hinunter marschierten wir zuerst auf die Scharte vor dem Ostgipfel und anschließend auf Grund der bescheidenen Schneeauflage zu Fuß auf den Ostgipfel und weiter zum Hauptgipfel. Erstaunlicherweise waren wir an diesem Tag zu dieser Tageszeit fast die Einzigen am Gipfel. Das Panorama über die Berninagruppe war schlicht und einfach genial. Nach einer kurzen Pause gingen wir wieder retour zu unseren Schiern und fuhren in einer landschaftlich kaum zu überbietenden Abfahrt bis nach Morteratsch zur Bahnstation. Lediglich einmal war eine kleine Bergeaktion für Roberts Schi notwendig wo just im falschen Moment die Bindung aufging und der Schi bis knapp vor die folgende Spalte seine Fahrt alleine fortsetzte.
Als letztes genossen wir dann noch die Bahnfahrt retour zum Ausgangspunkt.

Andi Schinner

Tourendatum: 1.4.2011

Wilder Freiger (3418m)

Wie am Vorabend spontan besprochen wollte mich Andi also am Samstag um 6:30 abholen, um den Wilden Freiger über die Sulzenauhütte und den Wilden Freiger Ferner anzugehen. Ein herrlicher Tag bricht an, Bilderbuchwetter, und durch eine außerplanmäßige „Verspätung“ von Andi hatte ich plötzlich sogar 3 zusätzliche Minuten gewonnen, genug Zeit, um mich mit heißem Tee anzuschütten. Beim Weggehen um 7:15 wähnte ich mich im Vorteil als ich zu Andi sagte: „Der jüngere trägt das Seil“. Kurz nach der Sulzenauhütte, wo wir 5 Tschechen, welche offensichtlich im Winterraum der Hütte nächtigten, überholten, hatte ich dann die Ehre, die Spurarbeit über den Freiger-Ferner zu übernehmen. Was gibt es schöneres als durch bis zu 50cm tiefen Pulver die erste Fellspur zu legen? Natürlich- die erste Abfahrtsspur wieder hinunterzulegen. Dies war uns nach 4,5 Stunden Aufstieg und einer kurzen windstillen Rast mit traumhafter Fernsicht am Gipfel auch vergönnt. Ein absoluter Höhepunkt der bisherigen Tourensaison.

Pizzo Scalino – südl. Berninagruppe

Der Kurzurlaub im Engadin hat schon bestens begonnen – Fell vergessen und eine Nacht durchgekozt. Bei meinem Genesungstag ließen wir es ruhig angehen und fuhren mit der Berninabahn nobel nach Poschiavo – und oberhalb steht er, der formschöne Pizzo Scalino. Nicht der höchste Berg der Umgebung (Bernina, Palü et al. werfen große Schatten) – aber ein unbekannter.
Zurück in Pontresina mussten wir uns im Bergführerbüro so einiges anhören: Frage: „Wie schaut denn der Gletscher am Pizzo Scalino aus – wir haben nämlich nichts mit…“ Antwort: „Pizzo wer?“ „Scalino – oberhalb von Poschiavo.“ „Ha! Da gehen wir nicht hin – der steht ja in einem anderen Tal!“ Hilfsbereit wie die Schweizer sind, wird telefoniert und wir erhalten die Auskunft: „Volles Programm und für den Grat Pickel und Steigeisen“. „Ähh noch eine Frage – können wir uns ein Paar Felle ausleihen?“ „Oh mei, was habt ihr Österreicher denn im Hirn? Fahren wir mal in die Schweiz, so ein wenig zum Bergsteigen, hä? Ihr seid ja ärger als unsere Kunden, denen müssen wir auch immer sagen, dass man im Winter Handschuhe braucht und eine Sonnenbrille am Gletscher.“ Die Felle haben wir schließlich bekommen, und auf den Hinweis, sollten wir sie erst nach Geschäftsschluss zurückbringen, bräuchten wir nur anzurufen – man weiß ja nie ob man nicht biwackieren muss, konnten wir getrost entgegnen, dass wir sicher nicht biwackieren werden, weil wir ja auch keinen Biwacksack dabei haben…  In der Unterkunft brachten wir schließlich das WLAN zum laufen und staunten nicht schlecht über die vielen Fotos im besten Tourenplanungsprogramm (Google Earth), auf denen regelrechte Karawanen auf unseren Gipfel ziehen. Zumindest wussten wir, dass wir getrost ohne das viele Zeugs die 1900 Höhenmeter marschieren konnten.
Von den Spuren her sahen wir, dass am Sonntag wohl so gegen 15 Schitouristen am Berg waren – nicht wenige von der italienischen Seite (von dort ist es merklich kürzer). Glücklicherweise geht am Montag aber kein Mensch mehr auf Tour und das weite Gelände ließ noch genug Platz für eigene Linien. Der Grat hat wohl alle Schitouristen am Vortag abgeschreckt und so konnten wir nach kurzer Kletterei und Stapferei einen herrlichen Rundblick vom einsamen Gipfel genießen. Im N die Berninagruppe mit Piz Roseg, Bernina, Zupo, Palü… im NO die Ortlergruppe nach O Adamello und Presanella, nach S die Bergamasker Alpen, nach W das Bergell mit dem mächtigen Monte Disgrazia und in weiter Ferne Monte Rosa und Berner Oberland.
Die Abfahrt wurde zum Pulvertraum – zumindest die oberen 1000 Höhenmeter – darunter dann bester Larcher-Pulver und schließlich die letzten Schwünge im Halbgefrorenen. Als rustikalen Abschluss gab es noch eine Lettenschlacht, denn schließlich ist das Auto in der Parkplatzwiese versumpft. In grob einer Stunde wurde mithilfe des Strauchschnittes aus Nachbars Garten die Karre zentimeterweise aus dem Dreck manövriert. Auto und Besatzung sahen schließlich aus wie die Gewinner des lokalen Ackersauderbys und somit konnten wir mit breitem Grinser im lokalen Nahversorger für Kaloriennachschub sorgen.

Rainer Prinz und Michael Winkler

Tourendatum: 21.03.2011