Zillertaler Alpen, Gabler, 3260m

Schitour oder Klettern, das ist hier die Frage! Bei angekündigter Bewölkung ab dem frühen Vormittag fällt die Entscheidung auf Schitour.

Um Punkt 4.00 starten wir 3 in Richtung Pinzgau, rauf auf den Gerlospass und drüben wieder ein Stück runter. Beim Gasthaus Finkau stehen dann ca. 10-15 Autos und wie auf ein Kommando gehen alle um 6.30 los. Herdentrieb!

Wir starten als letzte und lassen die Meute ziehen. Kaum zu glauben, aber die Schneedecke reicht fast bis zum Parkplatz und so bleiben die Bikes am Auto. Gemütlich geht es taleinwärts und nach ca 1 Stunde erreichen wir die Materialseilbahn zur Zittauer-Hütte. Schön langsam holen wir die Vorgänger ein, aber es geht zu wie am Untersberg an einem schönen Sonntag. Ein Menschengewirr! Traumhaftes Schigelände zeigt sich und der harte Firn geht allmählich in Plattenpulver über. Traumwandlerisch lasse ich Renate und Peter etwas zurück und werde erst wieder wach, als mich ein mutmaßlicher Tiroler beim Überholvorgang zusammenstaucht:“ 10 Meter Sicherheitsabstand kanscht schon holten, der Hang isch net ganz ohne!“ Ich antworte nur: „ Lass mich einfach vorbei.“ und damit ist die Sache geklärt. Eigenartig, bei der Abfahrt denkt sich dann niemand mehr etwas bei dem Hang denn er wird völlig zerspurt.

Macht nichts, ich komme als 3er am Schidepot an, der Spurer zischt schon wieder an mir vorbei und ,nett, eine Teisendorferin wartet extra auf mich um den Gipfelgrat zu stürmen. Vielleicht benötigt sie auch nur etwas Motivation um den eher heikel anmutenden, verschneiten Grat an zu gehen. Gemeinsam wühlen wir uns höher, Steigeisen kratzen am Fels und dann kommt plötzlich das Aus. Der letzte Aufschwung, ca. 10 Meter hoch, ist zu exponiert und mit lockerem Schnee überzogen. Mir ist sofort klar, das ist nichts für mich so ohne Seil und ich trete den Rückzug an. Meine Begleiterin dreht auch, vielleicht etwas enttäuscht , um und vorsichtig steigen wir in unserer Spur zurück. Nun schieben sich langsam die Verfolger den Grat hoch; kurze Stauentwicklung. Wir sitzen jedoch schon bald wieder bei unseren Rucksäcken und stellen mit Genuss fest, dass alle anderen, inklusive Tiroler und Bergführer, ebenfalls die letzten Meter nicht wagen. Das Alpinmädl verabschiedet sich und ich kann mich wieder Peter und Renate widmen. Peter versucht ebenfalls den Gipfelgang und da er scheiterte, versuchte es Renate erst gar nicht. Nach einer kurzen Jause geht es im gepressten Pulver mit Kruste gar nicht schlecht abwärts. Ein kräftiger Genuss über relativ steiles Gelände geht letztendlich in Firn über. Mit nur 2 mal abschnallen geht es fast bis zum Auto. Was für ein Glück!

Walter

Tourendatum: 6.5.2017