Hochkalter, Hochalm 2012m

Wenn man immer die selben Touren geht, dann zeigt dies das höhere Alter an. Daran kann schon was stimmen, aber vielleicht weiß man dann erst, welche Touren die schönsten sind.

Für die Hochalm ist die Kombination aus schlechtem Wetter am Vortag und zeitigem Aufbruch fast ein Garant für schöne Pulverabfahrten. Wobei zeitig inzwischen schon relativ ist. Ich starte vom Parkplatz allein um 7.30 und da sind wir von zeitig weit entfernt. Ein bayrisches Quereinsteigerpärchen lasse ich bald hinter mir, wobei die 2 ganz ordentlich Gas geben. Die Befürchtungen von Schneeknappheit im Waldaufschwung sind zum Glück umsonst und so ziehe ich in Spuren vom Vortag aufwärts. Die Aufstiegsspur ist allerdings durch die Abfahrer vom Vortag fast völlig zerstört. Die hatten wohl keine Sicht und mussten sich entlang der Aufstiegspur auch wieder hinuntertasten. Somit ist der Anstieg etwas mühsam. Im freien Gelände empfängt mich ein strenger Nord-West-Wind. Schneefahnen ziehen über die Grate. Aber zum Anorakanziehen reicht es zum Glück noch nicht. Am höchsten Punkt genieße ich die Einsamkeit und mein Jausenbrot. Währenddessen entledigt sich die Blaueis-und Schärtenspitze regelmäßig von ihrer Schneepracht und unter lautem Grollen stürzen die Schneerutscher talwärts. Na dann! Stürzen wir uns in die unverspurten Hänge unter der Schärtenspitze. Leicht windbehandelter Pulver, völlig jungfräulich, ideales Schigelände. Herz was willst du mehr! Nach geschätzten 700 Hm mündet die Abfahrt wieder in die Aufstiegsspur und weil es so schön war, wird nochmals aufgefellt. Bei nun bereits gut ausgetretener Spur geht es nun zügiger aufwärts. Bei der 2. Abfahrtsrunde sind aber inzwischen sicherlich 10 Spuren drinnen, was zwar nicht den Genuss, aber die Optik stört. Naja, man soll nicht übermütig werden. Die anderen dürfen auch.

Wieder beim Auto ist mir wie sooft klar, früh aufstehen lohnt sich fast immer.

Walter

Tourendatum: 19.2.2017