Hochkönig 2941m, „Königsjodler“

Es findet sich wirklich niemand, der unter der Woche um 4.00 Uhr aufstehen will um eine Runde vor der Arbeit zu klettern. So muss halt wieder einmal was Konditionelles her.

Wie ich so um ¾ 6 Uhr bei der Stegmoosalm vorbei marschiere schlafen sogar die Kühe noch teilweise. Die morgendliche Frische tut wirklich gut. Da, gerade flammt der Hochkönig ganz am Spitz in der Morgensonne auf, die Täler schauen schon etwas herbstlich dunstig drein.

Schön langsam betrete ich das Birgkar und hier hat die Natur volle Arbeit geleistet. Schotter soweit das Auge reicht. Die Wege sind teilweise vom Schotter unkenntlich gemacht. Wahrscheinlich haben schwere Regen alles zerstört. Trotzdem geht es zügig voran, auch wenn ich mich nicht wirklich stark fühle. Um 7.00 ist am Klettersteigeinstieg schon einiges los. 4 Tschechen fragen mich am Einstieg nach Wegalternativen ( die es von diesem Punkt aus nicht gibt) , 2 Pongauer versuchen ihr Klettersteigset zu entwirren und weiter oben kraxeln 3 Jungspunde schon am 2. Turm.

Noch schnell einen Müsliriegel reingeschoben und die Maschine läuft. Bevor die beiden ihren 1. Karabiner eingehängt haben bin ich auch schon an ihnen vorbei. 5 Minuten später sind auch die 3 Knaben überholt und dann bin ich endlich alleine. Die Oberschenkel sind etwas weich, ob ich das Tempo wohl durchhalte? Es geht ! Inzwischen ist alles in der Sonne und es wird schon deutlich warm. Erst weiter oben zieht ein frischer Wind von Ost über den Grat. Ein Zacken nach dem Anderen wird überklettert und nach 40 Minuten gibt es eine 2. Pause. Die Speicher sind wieder voll und los geht der 2. Teil. Steil zieht es hinauf, aber mit den Kletterschuhen ist es eine Freude. Auf der Westseite ist es wieder frisch und somit kann das Tempo wieder erhöht werden. Nach 1 Std. 15 ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Schnell den Namen ins Klettersteigbuch bei einem noch freien Plätzchen reingequetscht, Schuhwechsel und eine Viertelstunde später stehe ich vor dem Matrashaus. Ganz still ist es, kein Mensch weit und breit, nur Berge soweit das Auge reicht. In einem windstillen und sonnigen Eck wird der Rest der Jause verspeist und um 9 Uhr geht es wieder talwärts. Das Birgkar ist allerdings im obersten Drittel wieder grauenhaft. Steiler Schotter und harter Sand sind nicht das was ich schätze, aber es hilft nicht. Knapp vor 11 bin ich beim Auto und bewundere noch die schönen Südwände.

Ach wäre ich doch eine Gämse oder sogar der Auer Hans-Jörg, dann könnte ich jetzt noch alleine durch diese Gemäuer klettern (Seufz).

Walter

Tourendatum: 11.8.2015