Mt. Kenya 2006

Nachdem ich im Sommer 2005 schon den Kilimanjaro anlässlich einer Forschungsreise der Tropical Glaciology Group des Institutes für Geographie an der Universität Innsbruck besteigen durfte, führte mich eine Exkursion desselben Institutes im Winter 2006 erneut nach Ostafrika.
Acht Studenten hatten sich schließlich gefunden, um nach dem Exkursionsprogramm in Uganda und Kenia noch den Mt. Kenya zu überschreiten. Vom Parkgate in Naru Moru stiegen wir in einem tropischen Gewitterregen zur Met Station auf, wo bereits unsere Küchenmannschaft auf uns wartete und wir unsere erste Nacht verbrachten. Am nächsten Tag wanderten wir zuerst durch dunkle Bergregenwälder, die sich nach und nach öffneten und schließlich in ein Grasland übergingen, das mit blühenden Senecien und Lobelien geschmückt war. Die kalte Steinhütte des Mackinders Camp verwandelten unsere Träger und Köche bald in ein gemütliches Lager. Alex und ich marschierten am folgenden Tag bereits auf die Austrian Hut, um einen Gipfelgang auf den Batian zu wagen, während die übrige Mannschaft in einem Rasttag auf Mackinders die Seele baumeln ließ. Das Wetter hatten wir ganz gut erwischt. In der Früh war es immer wolkenlos, vormittags türmten sich bereits die ersten Wolken auf, spätestens am frühen Nachmittag begann es für zwei bis drei Stunden zu regnen. Als wir gegen Mittag die Austrian Hut erreichten, waren wir schon in dichten Nebel gehüllt. Zuvor konnten wir noch einen Blick auf den Batian werfen und waren über die guten, weil trockenen, Verhältnisse erfreut. In einem Graupelgewitter stiegen wir nachmittags noch schnell auf den Point Lenana. Als wir am nächsten Morgen beim Frühstück waren, trafen gerade unsere Freunde ein, die rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf den Point Lenana stiegen und uns dann im Mintos Camp wieder erwarten sollten.
Die Steigeisen notdürftig auf die Turnschuhe geschnallt überquerten wir den Lewis Glacier und erreichten kurz nach Sonnenaufgang den Einstieg. Viel hatte ich gelesen über diese Tour und war nun gespannt, ob Schwierigkeitsgrad, Länge und Anforderung den Führerangaben entsprachen. Wir kletterten am gestreckten Seil, der Fels war fest, die Route war leicht zu klettern und zu finden. Etwas Schnee im oberen, nordwestlich exponierten Teil störte nicht, das Wetter war noch gut. Nach drei Stunden Kletterei erreichten wir schließlich den Gipfel des Batian mit 5188 m. Allerdings waren wir schon wieder in dichte Wolken gehüllt und mussten mit dem Abstieg beginnen. Beim letzten Abseilstand hat uns schließlich doch noch ein Graupelschauer erwischt. Meine Form war blendend, Alex, der in der Früh schon etwas Kopfschmerzen hatte, war schon ziemlich müde. Aber wir konnten uns nicht ausruhen. Wir mussten zurück zur Austrian Hut, unsere übrige Ausrüstung holen und noch ca. drei Stunden zum Mintos Camp absteigen. Dort hatte der Rest der Mannschaft bereits das Lager auf einem herrlichen Platz aufgeschlagen und wir durften endlich unsere verdiente Ruhe genießen. Ein königliches Frühstück brachte auch Alex wieder auf die Beine und unserer letzten (allerdings verregneten) Etappe zur Meru Mt. Kenya Lodge (Bier!) stand nichts mehr im Wege.
Mt. Kenya Überschreitung in fünf herrlichen Tagen von Naru Moru nach Chogoria. Mit dabei: Judith Egger, Elisabeth Henzinger, Daniela Hofer, Martin Mergili, Peter Nagiller, Alexander Schober, Nora Wenk

Bericht: Rainer Prinz (HG Karwendler)